Wittenburg Ostsee-Pipeline : Im Akkord: Rohr-Transport zu den Lagerplätzen

18 Tage lang werden auf dem Bahnhof in Wittenburg die Rohre  auf Transporter verladen. Sie fahren die 14 Tonnen schwere Fracht zu den Lagerplätzen nach Rodenwalde, Harst und Luckwitz.Hennes/Archiv
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18 Tage lang werden auf dem Bahnhof in Wittenburg die Rohre auf Transporter verladen. Sie fahren die 14 Tonnen schwere Fracht zu den Lagerplätzen nach Rodenwalde, Harst und Luckwitz.Hennes/Archiv

Mit Skepsis und Empörung haben die Wittenburger sie erwartet. Seit drei Tagen rollen die Schwertransporter im Akkord durch die Stadt und bringen Rohre für die Ostsee-Pipeline zu den Lagerplätzen. Protest bleibt aus.

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05. November 2010, 10:55 Uhr

Wittenburg | Mit Skepsis und Empörung haben die Wittenburger sie erwartet. Jetzt rollen die Schwertransporter seit drei Tagen im Akkord durch die Stadt und der angekündigte Protest bleibt aus. "Bis heute gab es bei uns im Amt keinerlei Beschwerden", sagt Bauamtsleiter Jürgen Gohr. "Die beladenen Transporter nehmen vom Bahnhof den kürzesten Weg aus der Stadt. Die Route für die Leerfahren zurück zum Bahnhof suchen sich die Fahrer selbst. Dadurch verteilt sich der Lkw-Verkehr besser." 160 Mal am Tag passieren die Lkw des holländischen Logistikunternehmes Wagenborg Nedlift die Straßen Wittenburgs. Der holländische Projektleiter Meint Schuiling koordiniert die Verladung und den Transport zu den Lagerplätzen.

Fast 30 000 Rohre für die Ostsee-Pipeline sind unter seiner Leitung bisher von der Schiene zu den Lagerplätzen gelangt. Schuiling war verantwortlich für die Belieferung der 65 Lagerplätzen für die südliche Anschlussleitung der Gasleitung Richtung Erzgebirge. "Und jetzt kümmern wir uns um die Logistik für die westliche Anbindung NEL von Lubmin nach Achim bei Bremen." Der Holländer kennt die Befindlichkeiten der Menschen vor Ort. "Am Anfang haben sie alle Angst, aber je weiter wir mit der Trasse vorankommen, desto mehr verliert sie sich." Als der Projektleiter vom Unmut der Wittenburger im Vorfeld hörte, habe er die Lagerplätze noch einmal reduziert. "Um die Belastung so gering wie möglich zu halten", sagt er. "Wir wollten anfänglich neun Orte anfahren. Jetzt sind es mit Rodenwalde, Luckwitz und Harst nur noch drei." Dort lagern die Rohre bis zum Baubeginn der Erdgastrasse im Frühjahr 2011.

Der Bau der Pipeline erfolgt nach der Planfeststellung, der eigentlichen Baugenehmigung. In den einzelnen Abschnitten wird je ein Arbeitsstreifen von 36 Metern Breite angelegt. "Das bietet ausreichend Platz, um die Baufahrzeuge zu manövrieren und die ausgehobene Erde zu lagern", sagt Nicholas Neu von der Wingas GmbH. Während die Schweißer beginnen, die je 18 Meter langen Pipelinestücke miteinander zu verbinden, heben Bagger den eigentlichen Rohrgraben aus. Mit der Absenkung der Leitung in den Rohrgraben sei die Arbeit an der Pipeline noch längst nicht abgeschlossen. Denn die Trassengrundstücke sollen nach den Bauarbeiten möglichst wieder in ihren alten Zustand zurückversetzt werden. Die NEL verläuft 236 Kilometer durch Mecklenburg-Vorpommern. Sie quert den Landkreis Ludwigslust und passiert u.a. Bandenitz, Hülseburg, Bobzin, Körchow, Vellahn, Tessin und Boizenburg. Wenn die Wagenborg Nedlift in Wittenburg alle Rohre verladen hat, zieht sie weiter zum Bahnhof Stern Buchholz. Schuiling: "Wir hoffen, dass bis dahin alles reibungslos in Wittenburg läuft und sich die befürchteten Belastung nicht bestätigt." Auch die Stadt hat vorgebaut: An der Bahnschranke z.B. liegen zum Schutz des Untergrundes Stahlplatten. Zudem gilt in diesem Bereich jetzt nur noch Tempo 30.

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