Umwelt-Skandal : „Illegaler Asbestmüll, ein Skandal“

Lübbert Möllmann ist fassungslos über die Dreistigkeit  der oder des Umweltsünder(s).
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Lübbert Möllmann ist fassungslos über die Dreistigkeit der oder des Umweltsünder(s).

Landwirtschaftlicher Verwalter und Polizei suchen nach Giftfaser-Entsorgern, die zwischen Wulfskuhl und Camin tätig geworden sind

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25. März 2014, 15:41 Uhr

Zwei Kraniche stolzieren majestätisch trompetend über den Acker. Ihr faszinierendes  Balzkonzert erfüllt die frühlingshafte Luft, bricht sich an der urigen Eiche mit ihrem Eulenschutzschild. Mecklenburgische Idylle pur. Idylle? Von wegen. Einige Meter weiter liegen achtlos ins Gelände geschmissene Wellasbestplatten. Illegal entsorgt.

„Diese Art der Müllentsorgung ist  ein Skandal, einfach eine Riesenschweinerei“, schimpft Lübbert Möllmann. Der 41-Jährige ist landwirtschaftlicher Verwalter und zuständig für diese Gemarkung zwischen Wulfskuhl und Camin. Am Montag Morgen war der gebürtige Hesse von einem Mitarbeiter alarmiert worden.

Giftmüll speziell  entsorgen

„Am letzten Freitag haben wir hier auf dem nahen Acker noch Dünger ausgebracht. Da war alles in Ordnung, jetzt haben uns veranwortungslose Umweltsünder dieses  durch seine  Fasern gesundheitsschädliche ,Geschenk’ hinterlassen“, schüttelt Möllmann fassungslos den Kopf.  Denn dieser Baustoff sei alles andere als harmlos, sondern hochgiftig. „Statt diesen Giftmüll  vorschriftsmäßig für eine verhältnismäßig geringe Summe zu entsorgen, wurde er wahrscheinlich in einer Nacht- und Nebelaktion einfach hier an den Weg, den alle Fladder nennen, gekippt.“ Die Ensorgung durch eigens geschultes Fachpersonal und spezielles Räumgerät dürfte nun um ein Vielfaches teurer werden, als eine ordnungsgemäße Entsorgung gekostet hätte, vermutet Möllmann, der Anzeige bei der zuständigen Polizei in Boizenburg erstattet hat. Die hätte nun die Ermittlungen aufgenommen, um die Täter zu entlarven. Denn diese Art der Entsorgung sei eine Straftat und kein Kavaliersdelikt.

„Das Amt Zarrentin muss nun auf Kosten der Allgemeinheit, also uns Steuerzahlern, die Entsorgung organisieren“, empört sich der Verwalter weiter. Er vermute, dass die Verursacher durchaus Ortskenntnis gehabt hätten. „Vielleicht hat ja jemand etwas gesehen oder weiß, wo ein Stall, Schuppen oder Dach neu eingedeckt worden ist, wo bis vor kurzem  Asbest drauf war. Die Beamten wären sicherlich sehr dankbar für einen möglichen Hinweis“, so Möllmann, der eigentlich  bereits so einiges an Müll-Kummer gewöhnt ist. Denn schon seit Jahr und Tag wird dieser Weg zum Feld  dafür genutzt, sich unliebsamer Dinge zu entledigen. Er zeigt auf fünf Computerbildschirme, die im Gebüsch liegen, weist auf zerrissene Altkleidersäcke, überwucherten Bauschutt, kaputte Ziegelsteine und anderen Unrat.

Lübbert Möllmann: „Wir haben schon mal eine große Reinigungsaktion mit unseren Mitarbeitern gestartet und eine ganze Pick-up-Ladefläche voll Müll zusammen bekommen. Aber immer wieder wird neuer Dreck aus Gedankenlosigkeit oder Gleichgültigkeit ins Gelände geschmissen. Man kriegt die Verursacher nur schwer zu fassen.“

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