Greven : Ihr Wunschzettel: Weniger Raserei

Wenn sich Dustin und Paul in Greven morgens auf den Schulweg machen, ist die Angst jedes Mal mit dabei. Besonders an der Bushaltestelle fürchten sie sich vor der Raserei der Fahrzeuge durch den Ort.  Fotos: Thorsten Meier
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Wenn sich Dustin und Paul in Greven morgens auf den Schulweg machen, ist die Angst jedes Mal mit dabei. Besonders an der Bushaltestelle fürchten sie sich vor der Raserei der Fahrzeuge durch den Ort. Fotos: Thorsten Meier

Dustin und Paul Schulz aus Greven fürchten sich oft an der Schulbus-Haltestelle. Polizei plant für Zukunft Aktion für mehr Sicherheit

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22. Dezember 2017, 05:00 Uhr

„Von sechs bis acht Uhr ist zwar Tempo 30 an der Bushaltestelle vorgeschrieben. Doch ich habe das Gefühl, da hält sich kaum jemand dran, die meisten Autos und Lkw fahren wahrscheinlich das Doppelte durch den Ort“, berichtet Dustin Schulz von seinen allmorgendlichen Erfahrungen. Er fürchte oft, dass ein Fahrzeug mal ausbrechen könne, besonders, wenn es glatt auf der Straße sei, gesteht der 13-Jährige.

Und sein Bruder Paul nickt zustimmend. „Ich habe schon ein paar Mal ganz schön Angst gehabt, wenn ein Laster vorbeidonnert“, ergänzt der Zehnjährige, der die Klasse 4a der Grundschule Boizetal-Gresse besucht. Dustin, der in die 7a der Rudolf-Tarnow-Schule Boizenburg gehe, habe auch schon mal die Idee gehabt, ein Tempo-30-Schild selber zu basteln. „Ich hatte es dann an der Bushaltestelle hochgehalten, aber genützt hat es auch nichts, die Autofahrer haben es einfach ignoriert“, berichtet Paul. Schließlich habe er die Idee gehabt, einen Zettel mit ihrer beider größten Weihnachtswunsch anzufertigen, den Dustin dann geschrieben habe. „Weil er die bessere Schrift von uns hat.“ Die Brüder haben jeden Morgen, der sie in Richtung Schule führt, etwa einen Kilometer Fußweg von zu Hause aus zurückzulegen. An der Buswarte treffen sie sich zwischen 6.30 Uhr und sieben Uhr mit zehn bis 13 anderen Kindern und Jugendlichen, um gemeinsam in den Bus zu steigen.

„Meine Mama macht sich jeden Morgen Sorgen. Wir müssen ihr übers Handy immer Bescheid geben, dass wir sicher im Bus sitzen“, erzählt Dustin im SVZ-Gespräch. Das bestätigt uns Iwanka Brandt. „Ich bin erst immer beruhigt, wenn die SMS bei mir ankommt. Außerdem wünsche ich mir ein Sicherheits-Absperrgitter an der Bushaltestelle, so wie es anderenorts, beispielsweise in Lüttenmark und Schwartow, auch möglich ist. Falls doch mal ein Fahrzeug zu dicht an die Kinder kommt“, sagt die 37-Jährige, die seit 2010 in Greven lebt und aus Bad Segeberg dort hingezogen sei, wie die junge Mutter gegenüber der Redaktion betont.

Den Wunschzettel zu Weihnachten erhalten hat übrigens nicht nur die Schweriner Volkszeitung, das Hagenower Kreisblatt,  sondern auch die Polizei in Boizenburg. Deren Leiter Fredo Kreft kann die Ängste der Jungs gut verstehen, spricht aber auch von einer subjektiv gefühlten Geschwindigkeit. „Praktisch  gesehen ist es auf dieser kurvenreichen Strecke eigentlich gar nicht möglich, 60 Stundenkilometer zu fahren. Und wenn Lkws mit Tempo 30 an den Kindern vorbeidonnern, kann schnell mal der Eindruck entstehen, sie seien viel zu schnell unterwegs“, sagt der Revierleiter gestern auf Nachfragen unserer Lokalredaktion. Um an der Bushaltestelle  zu lasern, sei mindestens eine Entfernung von 200 Metern notwendig. „Durch die Kurven  ist es schwierig, dort gefahrlos  zu lasern. Aber wir haben in Greven für die Zukunft schon etwas geplant, um mehr Sicherheit reinzubringen. Was, das verraten wir natürlich nicht vorab“, sagt Kreft.

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