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Lübtheen : „Ich weiß jetzt, wer er war und was er ist“

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Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Alie Zwinderman berichtet an Lübtheener Schule über das Schicksal ihres Vaters Jans / Er starb wenige Tage nach der Befreiung des KZ Wöbbelin

svz.de von
erstellt am 05.Mai.2015 | 16:09 Uhr

„Ich weiß jetzt, wer er war und was er ist, ein Held. Und so möchte ich ihn in meiner Erinnerung festhalten.“ Mit diesen Worten beendete Alie Zwinderman am Mittwoch vor den zehnten Klassen an der Lübtheener Schule einen Vortrag über ihren Vater.

Das Schicksal von Jans Zwinderman ist eng mit der Region und auch mit Lübtheen verknüpft. Der Holländer war vor 70 Jahren wenige Wochen vor dem Kriegsende Häftling im Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme bei Wöbbelin. Am 15. Mai 1945 starb er 26-jährig an den Folgen der Haft im Lübtheener Lazarett. Auf dem Friedhof der Stadt wurde er begraben. Zehn Wochen nach seinem Tod, am 26. Juli, wurde in Holland seine Tochter Alie geboren. Sie hat ihren Vater Jans zwar nie gesehen, ihn durch ihre Nachforschungen aber trotzdem kennengelernt.

Gemeinsam mit ihrem Mann Ignace Hendriks erzählte sie den Schülern in bewegender Art und Weise vom Leidensweg ihres Vaters. So berichtete die Niederländerin, wie der 1918 in Gieten geborene Jans Zwinderman als Beamter in der Gemeindeverwaltung von Sleen arbeitete und dort während der Nazi-Zeit mit dem Widerstand in Berührung kam, wie er im Rathaus Gespräche abhörte, um Gesinnungsgenossen vor Verhaftungen zu warnen, wie er mit gefälschten Lebensmittelkarten half, dass er Flugblätter verbreitete. Die Zehntklässler erfuhren, wie Zwinderman ins Visier der deutschen Besatzer. geriet, seine schwangere Frau Martha zurücklassen musste und nach seiner Haft in den Gefängnissen von Emmen und Assen am 17. März 1945 in das KZ Neuengamme deportiert wurde und nach weiteren Stationen wie die KZ-Außenlager in Porta Westfalica und Schandelah mit einem Zugtransport Mitte April 1945 schwer krank in Wöbbelin ankam.

Am 2. Mai 1945 befreiten Soldaten der 82. US-Luftlandedivision das dortige Lager. „Als die Befreiung stattfand, war er aber sehr schwach, sehr erkrankt und unterernährt. Er lebte noch 13 Tage, von denen er die letzten fünf hier im ehemaligen Lazarett verbracht hat“, schilderte Alie Zwinderman sichtlich berührt die letzten Stunden ihres Vaters Jans vor seinem Tod in Lübtheen.

 

 

Den kompletten Beitrag finden Sie im e-paper Programm unserer Zeitung und natürlich in der Printausgabe am Mittwoch.

 

 



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