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Hagenower Kreisblatt

15. Dezember 2017 | 05:41 Uhr

Hagenow : „Ich sehe mich als Lebensretter“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Weil Chris Schwanda aus Hagenow uneigennützig Stammzellen spendete, muss ein unbekannter Leukämiepatient nicht sterben

von
erstellt am 12.Aug.2017 | 16:00 Uhr

Alle 45 Minuten erkrankt in der Bundesrepublik ein Mensch an Leukämie, oder wie der Volksmund sagt, Blutkrebs. Viele Patienten können nur durch eine Stammzellspende geheilt werden. So wie jetzt ein Unbekannter in Deutschland, der nur dadurch eine zweite Chance zum Leben erhielt, weil der Hagenower Chris Schwanda ihm uneigennützig und unentgeltlich seine Stammzellen spendete.

„Ich habe mich riesig gefreut, als ich erfuhr, dass der Körper des Mannes, der vom Alter her mein Vater sein könnte, meine Stammzellen nicht abgestoßen hat. Dem Patienten geht es nun wieder gut. Ohne mich wäre er wahrscheinlich gestorben. Deshalb sehe ich mich schon als Lebensretter“, sagt der 26-Jährige selbstbewusst im SVZ-Gespräch.

Er habe sich 2013 als Stammzellenspender registrieren lassen. Dafür habe ein kleines Röhrchen Blut zur Typisierung gereicht, erinnert sich der gebürtige Hagenower. Anlass sei damals die Suche nach Spendern für den kleinen Ludwigsluster Luis gewesen. Familie, Freunde und der DRK-Blutspendedienst hatten in der Techentiner Sporthalle eine zentrale Typisierungsaktion organisiert, mit dem Zweck, neue Stammzellenspender zu gewinnen. An dieser Welle der Hilfsbereitschaft, zu der die SVZ aufgerufen hatte, wollte schließlich auch Chris Schwanda ganz spontan mitwirken.

„Also bin ich mit einer Freundin zu dieser Registrierung nach Ludwigslust gefahren. Wir brauchten nur ein bisschen Blut abgeben, schon waren wir fertig. Grundsätzlich ist diese Typisierung aber auch schon über den Speichel möglich“, erzählt der junge Mann, der als Bankkaufmann in Hagenow arbeitet.

„In den letzten 25 Jahren konnte durch eine erfolgreiche Stammzellspende etwa 1400 Menschen das Leben gerettet werden. Wir haben derzeit rund 126 000 Spender in unserer Datei“, berichtet Annette Wiedemann, Geschäftsstellenleiterin der Deutschen Stammzellspenderdatei, kurz DSD, in Dessau-Roßlau. Doch nur ungefähr ein Prozent der in der Datei befindlichen Spender käme tatsächlich in Frage.

So, wie Chris Schwanda, der im April dieses Jahres seinem genetischen Zwilling das Leben retten konnte. „Man hat die Möglichkeit, anonym Kontakt zu diesem Menschen aufzunehmen. Nach zwei Jahren wird die Anonymität schließlich aufgehoben, wenn es beide Seiten wollen. Man könnte sich dann kennen lernen. Warten wir also mal die Zeit ab“, sagt der Hagenower. Abgeneigt wäre er jedenfalls nicht.

Chris Schwanda: „Als ich erfuhr, dass meine Stammzellen erfolgreich waren, durchfuhr mich ein recht sonderbares Gefühl und ich bekam Gänsehaut. Doch, das ging mir ganz schön nahe. Schließlich kann durch michnun jemand anderes weiterleben. “

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