Hagenow : „Ich schraube für mein Leben gern“

Bernd Moses bringt ein Fahrrad in die Schrauberposition an seinem Lieblingsplatz.
Bernd Moses bringt ein Fahrrad in die Schrauberposition an seinem Lieblingsplatz.

Hagenows Fahrrad-Schrauber Bernd Moses würden gern noch das Fliegen lernen und kann auf Eis gar nicht verzichten

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27. März 2015, 15:05 Uhr

Was der Mann nicht alles in seinem Leben schon war: Gelernter Berufskraftfahrer auf den Skandinavien-Routen, dann war er selbst Spediteur, später wurde er mit dem Handel von Verpackungen groß, kaufte und verkaufte Firmen, hatte selbst mehrere Lkw. Doch die Hagenower kennen den 55-jährigen Bernd Moses vor allem als begnadeten Fahrradschrauber aus der Langen Straße. Fast genau 15 Jahre ist es her, dass er zusammen mit seinem Frau Elke den Laden eröffnet hat. Zusammen mit ihr hat der gebürtige Niedersachse, den kaum etwas aus der Ruhe bringt, die Aufs und Abs der Branche erlebt. Um eines macht er sich keine Sorgen: „Fahrräder müssen immer repariert werden, und dieser Trend, dass wieder mehr repariert wird, hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Und ich schraube für mein Leben gern an Fahrrädern.“

SVZ-Redaktionsleiter Mayk Pohle stellte Bernd Moses, der sich durch viele, viele Lehrgänge zum Fahrradfachmann qualifiziert hat, die beliebten Fragen zum Wochenende.

Wie lautet ihr Lebensmotto?

Leben und leben lassen, das ist so das grundsätzliche Motto, mit dem ich unterwegs bin.

Wo ist ihr Lieblingsplatz?

Hier oben über dem Laden auf unserer schönen Südterrasse. Hier kann es, gerade am Wochenende, sehr ruhig sein, auch wenn man das in der Langen Straße gar nicht so glaubt. Allerdings wohnen wir hier nicht mehr, so dass wir nur noch selten auf die Terrasse kommen.

Womit haben Sie ihr erstes Geld verdient?

Ich habe Steine auf dem Feld gesammelt, beim Bauern, da war ich so 12 oder 13 Jahre alt. Ich bin freiwillig hingegangen, es war aber eine Knochenarbeit.

Und wofür haben Sie es ausgegeben?

Natürlich für ein Fahrrad, wirklich. Das war ein so genanntes Bonanza-Rad mit hohem Lenker. Da war ich ganz stolz und habe es auch ein paar Jahre gehabt.

Wo findet man sie am ehesten?

Na in der Werkstatt natürlich, die Aufträge müsse ja fertig werden, und ich lasse ungern jemanden warten. Jemanden mit einem Platten haben wir noch nie weggeschickt. Ich kann bei vernünftigen Temperaturen unter einem Schleppdach arbeiten. Beim Reinigen einer 3-Gang-Nabenschaltung kann ich völlig entspannen.

Was stört sie an anderen?

Vorurteile, Besserwisserei. Leute, die sagen, das früher alles besser war. Sicher sind bei Fahrrädern früher viel bessere Materialien verwendet worden. Dafür sind die Räder heute leichter, komplizierter und filigraner, es gibt hier kein Schwarz oder Weiß. Ich rede doch auch nicht nur mit Leuten, die Wartburg oder Trabi fahren.

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