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Landtagswahlkampf : „Ich hänge mich noch selber auf und wieder ab“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Zumindest optisch ist der Wahlkampf für die Landtagswahl seit Sonnabend im Kreis voll entbrannt

Wahlkämpfer stehen früh auf, sehr früh. Denn es gibt viel zu tun an diesem Sonnabend Morgen.

Emsiges Treiben herrscht am Morgen auch im Wahlkreisbüro von Till Backhaus, im Herzen Boizenburgs. Schon seit sieben Uhr werden hier kleine Fahrzeuge beladen, Helfer aufgeteilt, Routen besprochen. Es gibt neue noch eingeschweißte Aluleitern vom Baumarkt und ganze Bündel von Kabelbindern. Und Till Backhaus ist mittendrin. Organisieren muss er zwar wenig, dafür hat er seine Leute, die gut aufgestellt sind. Doch er will mitmachen, auch Plakate aufhängen, sich zeigen. Auch wenn eigentlich schon wieder andere Termine drücken. „Ich mache das noch selbst. Ich kann seit Jahren sagen, ich hänge mich selbst auf und nach dem Wahlkampf auch wieder ab“, ist dem Mann, der aus dem Amt Neuhaus stammt, wichtig.

Und so steuert er den kleinen VW-Transporter mit SPD-Werbung und seinem Konterfei selbst in Richtung Zahrensdorf. Ihm zur Seite steht heute der 33-jährige Albrecht Höhn aus Schwerin, der zur Zeit im Landesverband der SPD angestellt ist. Und der gern mit dem Politiker unterwegs ist.

„Erst der MP, dann Thema, dann ich, welches Thema entscheidet ihr“, war einer der Hinweise an die offenkundig sehr eingespielten Helferteams. Gemeint ist die wohl ideale Dreierkombination von aufeinanderfolgenden Plakaten. Man will Aufmerksamkeit aber man will nicht nerven.

Ganz wichtig sind die Kabelbinder. Zwei lange und drei kurze sollen das Doppelplakat am Mast halten, auch bei Wind und Regen. Sein Foto gefällt Backhaus dieses Mal selbst nicht, doch nun ist keine Zeit mehr. Vielleicht, so erzählt er, lässt er noch mal Plakate mit dem neueren Motiv nachmachen. Vielleicht.

Denn der politische Mitbewerber schläft nicht, wie sich auf der Fahrt von Hagenow nach Boizenburg unschwer erkennen lässt. Quasi über Nacht sind die ersten Plakate für den Landtagswahlkampf aufgetaucht. Und stündlich wurden es mehr. An dieses Datum, den vergangenen Sonnabend, hatten sich alle Parteien gehalten. Nur die NPD nicht. Seit dem Wochenende gibt es aber keine Zurückhaltung mehr, es ist Wahlkampf und der wird dieses Mal besonders schwer.

Überall sind an diesem Sonnabend Wahlkampfteams unterwegs. Unterschwellig tobt der Kampf um die besten Plätze. Vor allem viel befahrene Ortsdurchfahrten sind beliebt. Und so sind in Zahrensdorf aber auch in Pritzier, Gramnitz oder Steegen bald keine Plätze mehr frei.

Und die kleinen Plakate sind erst der Anfang, schon in wenigen Tagen sollen die Großaufsteller kommen. Dieses Jahr, da sind sich alle einig, wird es besonders kompliziert so etwas wie eine Stimmung zur Landtagswahl zu erzeugen. Und jetzt zum Start sind auch noch Ferien und kaum jemand da. Jede Partei bemüht sich, ihre Kandidaten bei jeder noch so kleinen Gelegenheit nach vorn zu schieben. Das ist auch nötig, denn etliche der Bewerber um einen Sitz im Landtag sind neu in dem Geschäft und müssen sich erst einmal bekannt machen. Daher sieht man fast nur Fotos der Kandidaten und weniger politische Botschaften. Die SPD mit ihren prominenten Kandidaten Till Backhaus setzt auf beides, Fotos und Botschaften. Doch auch der Minister muss in seinem Wahlkreis besonders kämpfen in diesem Jahr. Er weiß das und will auch. Schließlich ist er jetzt der dienstälteste Landesminister in der Bundesrepublik. Und will es auch bleiben.

Die Wahlen zum 7. Landtag in Mecklenburg-Vorpommern finden am 4. September statt.

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erstellt am 24.Jul.2016 | 21:00 Uhr

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