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Stress mit der Gemeinde : „Ich fühl’ mich irgendwie bestraft“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Bianca Burow möchte ein „Café im kleinen Park“ eröffnen, doch der Hauptausschuss Vellahn untersagt ihr den Zugang übers Gemeindeland.

von
erstellt am 17.Mai.2015 | 21:00 Uhr

„Ich möchte das ,Café im kleinen Park’ ab Mai eröffnen, um hier eine touristische und kulturelle Infrastruktur zu schaffen. Das, so dachte ich, freut auch die Gemeinde Vellahn, beziehungsweise  die Gemeindevertreter und den Bürgermeister Ulrich Stein. Bis jetzt freuen sich schon viele Bürger und Besucher auf die Möglichkeit, hier etwas Neues zu entdecken“, schreibt uns Bianca Burow in einem Leserbrief. Und weiter heißt es: „Der Bürgermeister nebst Gemeindevertretern untersagen nun meinen zukünftigen Cafegästen den direkten Zugang zum Gartencafe. Die Gäste sollen auf der Kreisstraße, die durch Erntemaschinen stark befahren wird und über keinen Fußweg verfügt, 200 Meter  zu einer weiteren Zugangsmöglichkeit gehen, die dann nach weiteren 100 Metern  zum kleinen Café führt. Einen Grund für diesen nichtöffentlichen Beschluss kann mir niemand nennen. Ich fühl’ mich irgendwie  bestraft und weiß gar nicht, warum?“, sagt die junge Frau und resümiert enttäuscht:  Eine Entwicklung sei  hier jedenfalls nicht gewünscht.  Vielmehr werde sie  in diesem an sich schönen Vorhaben gehindert, denn die älteren Gäste sowie Familien mit Kindern würden sicher nicht einen langen und teils gefährlichen Weg auf sich nehmen können.  Daher wundere sie ein  SVZ-Artikel sehr, der  geradezu widersprüchlich sei. „Wir dürfen nicht schlafen“ titelte die Zeitung am  13. Januar dieses Jahres. Und: Vellahns Bürgermeister kämpfe für Entwicklungschancen seiner Großgemeinde mit vielen kleinen Ortsteilen.

Bianca Burow wandte sich an Antje Meyburg vom Amt für Bau, Regionalentwicklung und Ordnungsangelegenheiten im Amt Zarrentin. Von ihr erfuhr sie, dass in der  nichtöffentlichen Sitzung des Hauptausschusses der Gemeinde Vellahn am 23. Februar 2015   darüber abgestimmt worden sei, ob sie das Gemeindegrundstück das zwischen Herrenhaus und Park liege, nutzen dürfe. Das Gremium habe den Beschluss gefasst, den Zugang vom Herrenhaus über die Gemeindefläche für den Betrieb des Outdoor-Cafès im Park nicht zu gestatten.

„Über den Grund erfuhr ich nichts. Nur, dass die Gemeinde die Teiche selber behalten wolle, beispielsweise zum Schlittschuhlaufen und als Angelmöglichkeit“, erinnert sich Bianca Burow, die schon vor längerer Zeit zusammen mit ihrem Mann den Park gekauft hat. Und dem  alten Herrenhaus wieder zu neuem Glanz verhelfen will.

Bürgermeister Ulrich  Stein  wollte sich auf SVZ-Anfrage zu diesem Thema nicht äußern  und verwies stattdessen an das Amt Zarrentin.

Dirk Schiewer, Fachamtsleiter für Bau, Regionalentwicklung und Ordnungsangelegenheiten, empfiehlt den Burows erneut das Gespräch mit der Gemeinde zu suchen. „Die Familie will schließlich im Ort  etwas erreichen, deshalb muss sie die Gemeinde davon überzeugen. Das geht aber nur, wenn man miteinander und nicht übereinander spricht.“

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