Rosien : „Ich brauchte dieses Knallerjahr“

Siegrun Hogelücht hält daheim alte Nutztierrassen, unter anderem Hühner und Schafe.
Siegrun Hogelücht hält daheim alte Nutztierrassen, unter anderem Hühner und Schafe.

Siegrun Hogelücht im SVZ-Interview - Wie die ehemalige Ärztin aufs Land zog und und zur Jahrtausendwende einen Neuanfang wagte

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27. Januar 2018, 12:00 Uhr

Auf Siegrun Hogelüchts Schreibtisch steht eine kleine Stoffziege. Die ist nicht nur ein süßes Zubehör, denn für die 52-jährige Rosienerin hat sie eine tiefe Bedeutung. „Es ist ein Abschiedsgeschenk meiner früheren Kollegen in Hamburg und für mich das Symbol für einen Neuanfang.“ Diesen wagte Siegrun Hogelücht 1999, in ihrem „Umbruchjahr“. Damals kündigte sie ihren Job als Ärztin in einer Hamburger Klinik und zog aus der Hansestadt nach Rosien. Ihren Doktortitel erwähnt sie seitdem bei einer Vorstellung kaum noch. Ja, stolz auf ihn sei sie schon, aber viel wichtiger als dieser Titel, sei es ihr, glücklich mit ihrem Leben zu sein. Und das ist sie nun auch offenbar - mit ihrer neuen Heimat in Rosien, „im schönsten Haus, das Menschen je gebaut haben“, ihren Jobs in der Touristeninformation sowie im Archezentrum und mit ihrem Mann, den sie, wie soll es anders sein, 1999 geheiratet hat. Dieses „Knallerjahr“ habe sie gebraucht, erzählt Siegrun Hogelücht im Gespräch mit SVZ-Redakteur Robert Lehmann, dem sie die beliebten Fragen zum Wochenende beantwortet hat.

Wie ist Ihr Lebensmotto?
Positiv durchs Leben gehen und aus jeder Situation das Beste machen.
Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Zuhause auf meinem Grundstück bei meinen Tieren. Ich halte alte Nutztierrassen, unter anderem Hühner und Schafe.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Ich meine beim Tanzen. Ich habe seit meinem fünften Lebensjahr Unterricht erhalten in klassischem Ballett, modernem Tanz, Step-Tanz und Show-Tanz. Als Jugendliche war ich auch selbst Trainerin für modernen Tanz in einem Sportverein. Damit verdiente ich mein erstes Geld.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Für Hühner! Ich hatte schon als Kind welche, meine Mutter hat das auch immer unterstützt. Ich finde Hühner toll und irgendwie auch wahnsinnig witzig.
Wo findet man Sie eigentlich am ehesten?
Im Grunde auf Arbeit im Haus des Gastes mit Tourist-Info und Arche-Zentrum. Und ich muss sagen, ich arbeite gerne.

Was ist das Schönste am Morgen für Sie?

In Ruhe in meinem Bett sitzen und einen großen Pott Kaffee trinken.

Was bedeutet für Sie persönliches Glück?

Dass ich meinen Weg gefunden habe. Dass ich angekommen bin.

Wo sehen Sie sich persönlich in zehn Jahren?

Ich hoffe, dass alles so bleibt wie es jetzt ist. Ich möchte noch im Haus des Gastes und im Arche-Zentrum arbeiten. Und ich möchte auch noch in Rosien wohnen.

Was stört Sie an anderen?
Mich stören Leute, die ständig das Haar in der Suppe suchen und herummeckern.
Sind Sie ein Kopf- oder eher ein Bauchmensch?
Ganz ehrlich: Ein Kopfmensch. Das sagt man zwar nicht gerne, aber es ist so.
Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?

Immer leckeren Käse und Wurst aus der Arche-Region.
Welchen Wunsch wollen Sie sich noch erfüllen?
Ich bin wunschlos glücklich.
Wen würden Sie gern mal auf einen Becher Kaffee treffen?

Frank Schätzing, ich finde es total spannend, wie er die Sachen rüberbringt und würde mich gerne mit ihm über seine Recherchen unterhalten.
Können Sie sich mit nur einem einzigen Wort beschreiben?

glücklich

Wo ist für Sie Heimat?
Heimat ist für mich in meinem Reetdachhaus, auf meinem Grundstück in Rosien, im Biosphärenreservat.

Wenn Sie kochen oder Essen gehen, welche Küche bevorzugen Sie?
Ich esse alles gerne und dann möglichst viel. Und ich habe das Faible, ein kleines bisschen Selbstversorger zu sein und z.B. Gemüse aus dem eigenen Garten zu nehmen.
Worauf könnten Sie niemals verzichten?
Auf meine Tiere und natürlich auf meinen Mann.

Welches Buch lesen Sie gerade?

„Der Fisch in uns“ von Neil Shubin. Darin geht es um die Geschichte unseres Körpers und die Evolution.

Wem sollen wir Ihrer Meinung nach diese Fragen ebenfalls stellen?

Den „Filzmännern“ aus Konau Jens Philippi und Dennis Haug, die ich als eine absolute Bereicherung sehe.

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