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Hagenower Kreisblatt

18. November 2017 | 07:50 Uhr

Amt Zarrentin : Hundekot sorgt weiter für Unmut

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Gleichgültige Halter werden offensichtlich etwas weniger: Ein Ärgernis bleiben die tierischen Hinterlassenschaften jedoch für alle Städte

von
erstellt am 25.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Unglaublich, aber wahr: Deutschlands rund sieben Millionen Hunde produzieren etwa 5,5 Milliarden Häufchen im Jahr. Das sind etliche Tonnen. Die Entsorgung ist für Städte mehr oder weniger ein echtes wie auch nerviges Problem. Lösen sollte es eigentlich subventionierte Kotbeutel - nicht selten ein Riesenirrtum. Denn ganz gewiefte Zeitgenossen, „entsorgen“ die eingetüteten Tretminen auch gern mal in Grünanlagen.

„Das Problem haben wir hier zum Glück noch nicht. Bei uns halten sich die meisten Hundehalter an die Vorschriften und werfen, bis auf wenige Ausnahmen,  die Tüten in den Müll“, sagt Dirk Schiewer, Fachamtsleiter für Bau, Regionalentwicklung und Ordnungsangelegenheiten im Amt Zarrentin. „Viele Bürger trauen sich  ja leider nicht, säumige Hundebesitzer anzusprechen, damit die die Hinterlassen ihrer Tiere mitnehmen. Denn in der Regel ernten sie dann nur dumme Antworten.“

Acht Hundetoiletten in Zarrentin

In Zarrentin stehen derzeit acht Hundetoiletten, im Zecher Weg, im Ehrenhain, an der Fischerei, im Wohngebiet Pampriner Siedlung, am Fischhaus (Küsterwiete), am Parkplatz Time-Park, Neuhof am Spielplatz sowie an den Spielplätzen in Lassahn und in Neuenkirchen.

„Jede dieser Toiletten hat uns  rund 500 Euro in der Anschaffung gekostet. Für neue bezahlt man mittlerweile sogar 570 Euro pro Stück. Wir benötigen jedes Jahr 60 bis 70 Kartons zu je 1000 Hundekottüten. Das sind ungefähr 1000 Euro an Kosten“, rechnet  Schiewer auf  SVZ-Nachfragen vor.

Von Beate Meyerhof, sie ist in Zarrentins Rathaus für Steuern und Abgaben zuständig, erfahren wir, dass im Amtsbereich 1150 Hunde angemeldet seien. Laut Satzung habe jeder Hund eine gültige Steuermarke außerhalb des Hauses gut sichtbar am Halsband zu tragen, sagt sie.

Lübtheen kann bereits etwas aufatmen

Eine spürbare  Verbesserung des Gesamtproblems sieht Bernd Skobel, der Leiter des Ordnungsamtes, in Lübtheen. „Im Großen und Ganzen  halten sich die Hundehalter an die Vorschriften und tüten  die Haufen ein. Eine große Beschwerdelage haben wir jedenfalls im Moment nicht zu verzeichnen.“

Für viele Bürgerinnen und Bürger sei  es ein Ärgernis, wenn sie spazieren gingen und überall die Hinterlassenschaften der Hunde lägen, betont Jana Berger, die Sachgebietsleiterin für  Bürger- und  Ordnungsangelegenheiten in Wittenburg. Hundehalter seien nach § 6, Absatz 2, der Straßenreinigungssatzung der jeweiligen Gemeinde verpflichtet, die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners zu beseitigen. Verstöße würden gemäß der Straßenreinigungssatzung mit einer Geldbuße geahndet, welche im Ordnungsamt des Amtes Wittenburg, in der Molkereistraße 4, angezeigt werden könnten. Die Fachfrau  nimmt aktuelle Beschwerden  zum Anlass,  um einmal wieder an das korrekte Führen und Halten von Hunden zu erinnern. So sei  es verboten, Hunde außerhalb des befriedeten Besitztums ohne Aufsicht freilaufen zu lassen.  Wer einen Hund führe, müsse körperlich und geistig in der Lage sein, jederzeit den Hund so beaufsichtigen zu können, dass Menschen, Tiere und Sachen nicht gefährdet würden.

Immer wieder Verstöße im Amtsbereich

„Leider gibt es in unserem Amtsbereich immer wieder Verstöße und daraus resultierende Konflikte in unmittelbarer Nachbarschaft. Eine Gefahrenquelle stellt auch der teilweise im Hundekot enthaltene Hundebandwurm für den Menschen dar. Der Mensch tritt hierbei als Zwischenwirt auf und kann unter Umständen lebensgefährlich erkranken“, erklärt Jana Berger weiter. Jeder  Hundebesitzer könne helfen, das Personal für städtische Straßen-, Gehweg- und Grünpflege zu entlasten. Und nennt zwei weitere Argumente:  „Beanstandungen von erbosten Bürgern beim Ordnungsamt bleiben aus.  Konflikte zwischen Mitbürgern werden entschärft.“

Für Hagenow zählt die Neue Heimat zu den auffälligsten Bereichen in Sachen Tretminen. Dort habe es schon mehrfach Beschwerden gegeben, erfahren wir auf Anfrage aus dem Hagenower Rathaus. Ansonsten ginge es im Stadtgebiet mit dem Hundekot, so das abschließende Resümee.

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