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Wendung am alten Wasserwerk : Hülseburgs Wasserschatz

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Überraschende Wendung am alten Wasserwerk: Investitionen am Standort mit belastetem Brunnen

Reges Treiben am Hülseburger Wasserwerk: Nachdem Anfang 2014 einer der drei Brunnen stark mit Herbiziden belastet war (SVZ berichtete), wollte sich der zuständige Wasserbeschaffungsverband Sude-Schaale ursprünglich von dem einstigen DDR-Standort trennen,  stattdessen das Wittenburger Werk ausbauen und eine Leitung nach Hülseburg legen. Denn das Versorgungsgebiet braucht mehr Wasser. „Der Standort floriert“, sagt Nicolaus Johanssen, Geschäftsführender Leiter. Neue Industrieansiedlungen, vor allem in der Lebensmittelbranche, aber auch stetig mehr Einwohner fordern Nachschub.

Doch  Probebohrungen sowohl in Wittenburg als auch in Hülseburg ergaben Überraschendes: Das Tiefenwasser in der Stadt ist „ausgezeichnet, aber nicht mehr ausreichend“ für den Bedarf; das Wasser in Hülseburg dagegen „sehr ergiebig, mehr als 60 Jahre alt, gut abgedeckt und in sehr guter chemischer Qualität“, erklärt Nicolaus Johanssen.  „Dort können wir große Mengen fördern“, aus Tiefen von bis zu 160 Metern. Die drei alten Brunnen dort liegen etwa 40 Meter tief. Dem entsprechend wollen die Zweckverbände bis Ende 2017 gut zwei Millionen Euro in den Standort des kleinen Dorfes und in die Anbindung an Wittenburg investieren.

Ein neuer Brunnen ist bereits gebohrt, das Wasserwerk mit neuen Druckkesseln und neuem Dach ausgestattet worden. Ende November soll alles ans Netz gehen. Der erste Abschnitt der Versorgungsleitung bis Zwölf Apostel ist bereits fertig, die Anbindung bis  Wittenburg soll bis Ende des kommenden Jahres folgen.

Damit steigt die Fördermenge von bisher 120000 auf 240000 Kubikmeter Wasser. Durch diese Verdopplung werden gleichzeitig die beiden Brunnen in Wittenburg entlastet, die derzeit mit 600000 Kubikmeter „zu stark fördern“, so Johanssen. Perspektivisch könnte in Hülseburg noch ein weiterer Tiefenbrunnen gebohrt werden, denn das neue Wasserwerk ist für Fördermengen von bis 300000 Kubikmeter Wasser ausgelegt. Damit „haben wir Reserven“, sagt der Verbandschef, der für die steigende Nachfrage gewappnet sein will. Die verbrauchten Wassermengen würden jährlich steigen, allein im letzten Jahr um drei Prozent. Dazu kommen Schwankungen im Verbrauch, etwa durch Hitzeperioden, die laut Johanssen gerade erst wieder den Verbrauch in die Höhe trieben.

Einziger Wermutstropfen in Hülseburg: der Methangehalt. Der müsse eliminiert werden, damit er die Filter nicht verstopfe, erklärt der Leiter.

Mit dem Anschluss des neuen Brunnens wird gleichzeitig der kontaminierte Brunnen abgestellt. Nachdem dort 2014 Herbizid-Grenzwerte überschritten wurden, lief dieser nur noch auf halber Kraft und wurde monatlich kontrolliert. Die Werte liegen laut  Johanssen mittlerweile  zwar wieder innerhalb der Vorschriften. Dennoch soll dort jetzt der Hahn zugedreht werden.

 

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erstellt am 28.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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