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Hagenows Operateure : Hüfte, Knie und Schulter -darauf setzt Hagenow

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Der jetzt schon erfolgreiche Klub der orthopädischen Operateure am Krankenhaus Hagenow bekommt mit Dr. Frank Rimkus spektakulären Zuwachs

von
erstellt am 25.Jul.2016 | 11:00 Uhr

Selten war die Geschäftsführung der Westmecklenburg-Klinikums so euphorisch wie in diesen Tagen. Das liegt vor allem an zwei Medizinern, die aus Crivitz ans Krankenhaus Hagenow kommen und hier das Team der orthopädischen Operateure verstärken werden. Brita Güllstorf, Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie, arbeitet schon seit wenigen Tagen in der Parkstraße. Und ab 1. August kommt ihr früherer Chef und jahrelange Operationskollege Dr. Frank Rimkus hinzu. Rimkus ist neben seiner Ausrichtung als orthopädischer Chirurg auch noch ausgebildeter Sportmediziner und hat sich in den vergangenen Jahren in der Schweriner Region schon fast einen legendären Ruf erarbeitet.

Die beiden Fachärzte wechseln gleich aus mehreren Gründen aus Hagenow. Zum einen verfügen die Hagenower über ein zertifiziertes Endoprothetikzentrum, sind also spezialisiert auf künstliche Implantate. Vor allem als Ersatz für Hüft- und Kniegelenke. Das hat in dieser Form nicht einmal das Helios-Klinikum in Schwerin zu bieten. Zum anderen punktet Hagenow seit wenigen Wochen mit zusätzlicher hochmoderner Ausstattung, beispielsweise in der radiologischen Abteilung. Dazu kommt eine vernünftige Größe des Hauses mit 160 Betten und auch eine gute Personaldecke.

„Wir, also Frau Güllstorf und ich, haben uns entschlossen, das Hagenower Team zu verstärken. Damit wird das schon etablierte Team von drei Hauptoperateuren um Chefarzt Dr. Reinhard von Bremen-Kühne um zwei weitere Hauptoperateure verstärkt“, erklärte Dr. Frank Rimkus vor wenigen Tagen in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

„Bemerkenswert ist, dass drei dieser Hauptoperateure die Zusatzbezeichnung Spezielle Orthopädische Chirurgie vorzuweisen haben, was große fachliche und operative Kompetenz voraussetzt“, erklärte Rimkus weiter, der ursprünglich aus der Magdeburger Ecke kommt und sich den dortigen Dialekt bewahrt hat.

In Crivitz hatte der Weggang der beiden Fachärzte für so starke Wellen gesorgt, dass die dortige Geschäftsführung sich sogar zu einem Beschwichtigungsschreiben an die dortige Belegschaft genötigt sah.

Sowohl Rimkus als auch Dr. Volker Schulz, Geschäftsführer des Klinikums an den beiden Standorten Hagenow und Ludwigslust, verneinten jedoch auf Nachfrage ganz klar, dass es so etwas wie eine Abwerbung gegeben habe. Vielmehr kenne man sich schon seit vielen Jahren gut, und am Ende sahen die beiden Neuankömmlinge am Hagenower Standort schlichtweg mehr Möglichkeiten.

Sowohl Rimkus als auch Güllstorf haben bisher in Crivitz ein ähnliches Prothetikzentrum betrieben. Beide haben als Team im Jahr gut 200 endoprothetische Eingriffe durchgeführt. Das ist eine enorme Zahl und vor allem auch Beweis für das Vertrauen der Patienten. Und so machen die Geschäftsführer Volker Schulz und Helge Mantzel keinen Hehl daraus, dass mit den neuen Ärzten auch ein deutlicher Zuwachs an Patientenzahlen erwartet wird. Und die Reaktionen vieler Patienten, die bisher in Crivitz waren, scheint darauf hinzudeuten.

Zumal Rimkus auch einen ausgesprochenen Hang zur Sportmedizin hat. Nicht umsonst hat er enge Kontakte zur Schweriner Volleyball-Damenmannschaft. Und nicht nur Sportler haben kein Problem damit, ihrem Arzt eben an einen anderen Standort zu folgen. „Wir wollen unsere erfolgreiche sportmedizinische Betreuung von Freizeit- und Leistungssportlern im Krankenhaus Hagenow fortsetzen. Dabei kommt uns die gerade neu etablierte MRT-Abteilung zugute“, erklärten dann auch die beiden Neuankömmlinge.

Dr. Claus Köttgen, der seine Praxis im Krankenhaus unterhält und mit der Einrichtung seit Jahren gut kooperiert, freut sich auf die neuen Kollegen. „Das kann nur gut für uns alle sein, wenn wir Verstärkung und Zuwachs bekommen. Dem Krankenhaus wird das nützen, weil viele neue Patienten kommen werden.“

Köttgen gehört gemeinsam mit Bremen-Kühne zu den Ärzten, die sich der Herausforderung der Zertifizierung zum Endoprothetikzentrum früh gestellt haben. Und die Spezialisierung Hagenows auf künstliche Knie, Hüftgelenke und zusätzlich auf Schulteroperationen und Eingriffe an der Wirbelsäule hat sich in den vergangenen Jahren ausgezahlt. Auch ohne die Neuzugänge lag die Zahl der Eingriffe bei Hüft- und Kniegelenken locker im dreistelligen Bereich. Zumal sich der Chefarzt der Abteilung auch noch besonders auf so genannten Revisionsoperationen spezialisiert hat. Gemeint sind damit die Eingriffe, wenn ein bereits eingesetztes künstliches Gelenk nach ein paar Jahren turnusgemäß ersetzt werden muss. Facharztzentren im Krankenhaus auf der einen Seite, Spezialisierungen wie die in der Endoprothetik auf der anderen Seite mit deutlichem Ausbau des ambulanten Bereiches ist dann auch die Zukunftsstrategie für Hagenow, das sich längst vom klassischen Modell eines Krankenhauses verabschiedet hat.

Um einen Mangel an Zuspruch machen sich die Orthopäden überhaupt keine Sorgen. Erstens sind die Wartezimmer schon jetzt übervoll und Termine schwer zu bekommen. Zweitens wird die Bevölkerung immer älter und damit steigt automatisch die Beanspruchung des Skelettsystems.

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