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Boizenburg : Hort: Noch immer so viele Fragezeichen

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Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Auch zur Sondersitzung des SKS-Ausschusses kamen wieder 23 Eltern, denen die Hortsituation den Schlaf raubt

svz.de von
erstellt am 07.Jul.2017 | 21:00 Uhr

„Können Sie sich vorstellen wie das ist? Ich gehe jeden Abend mit Bauchschmerzen ins Bett und kann nicht schlafen, weil ich nicht weiß, was wird. Wenn ich keinen Hortplatz bekomme, verliere ich vielleicht meinen Job!“ Mit diesen Worten wandte sich eine der anwesenden Mütter an die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Kultur und Sport, der sich am Donnerstagabend zu einer Sondersitzung getroffen hatte, und erntete damit bei allen anwesenden 23 Müttern und Vätern Zustimmung. „Wer ist eigentlich für diese Situation verantwortlich?“, fragte ein Vater. „In der freien Wirtschaft würden für solch einen Fehler Köpfe rollen.“ Jörn Pamperin, der Leiter der Abteilung Finanzen in der Stadtverwaltung, wies wieder darauf hin, das nicht die Stadt die Hort- und Kitaplätze anbietet, sondern sieben freie Träger, der Landkreis würde die Bedarfsplanung erstellen. Außerdem sei ja eine Lösung in Sicht, um die noch einmal darzustellen, war Dietmar Jonitz am Donnerstagabend anwesend, der Kreisgeschäftsführer des DRK, der auch die Hortplätze neben der Grundschule „Ludwig Reinhard“ anbietet, um die es geht. „Wir stellen in der nächsten Woche beim Landkreis einen Antrag auf eine Betriebserlaubnis für weitere 22 Hortplätze“, erklärte Jonitz. Mit Hilfe der Stadt würden an der Ludwig-Reinhard-Schule, wie schon angekündigt, bis September zwei weitere Räume für die neue Gruppe zur Verfügung gestellt. Zum einen die Schülerküche und zum anderen ein Unterrichtsraum für die Hausaufgabenbetreuung. Außerdem sollen zum 1. August zwei weitere Mitarbeiter eingestellt werden, mit einem dritten würden Gespräche geführt. Fest zusagen wollte Dietmar Jonitz die 22 Plätze den drängenden Eltern jedoch nicht. „Hier gibt es zu viele ,Wenns’.“ Er habe schon erlebt, dass neu eingestellte Mitarbeiter ihren Dienst nicht antraten, und auch die Erteilung der Betriebserlaubnis könne er nicht zusichern. Klarheit dazu erwarte er am Ende des Monats. „Aber ich betone noch einmal: Wir als Träger sind nicht verantwortlich dafür, dass in Boizenburg genügend Hort- und Kitaplätze angeboten werden“, sagte Jonitz. „Wir machen Angebote an Kapazitäten. Dass die Stadt vor Jahren die Entscheidung getroffen hat, die Kita- und Hortbetreuung an freie Träger zu übergeben, muss vielleicht noch einmal überdacht werden!“

Die Eltern, die zu den Ausführungen laut Satzung für Ausschuss-Sitzungen keine Fragen mehr stellen durften, hatten jedoch noch viele. „Was wird aus dem Hort an der Reinhardschule, wenn der Bau des Grundschulzentrums beginnt? Warum wurde von den Stadtvertretern die Variante mit dem Umzug des Horts in das jetzige Bibliotheksgebäude abgelehnt?“, fragte Michaela Giese stellvertretend für alle. Denn das machte die Eltern geradezu wütend, dass es für die Zukunft des Hortes nach Baubeginn absolut noch keinen Plan gibt.

Am 13. Juli findet um 19 Uhr die nächste Stadtvertretersitzung an der Tarnowschule statt, auch dort gibt es eine Einwohnerfragestunde.

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