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Bürgermeister Jäschke ausgezeichnet : „Homo-Orden“ für Boizenburg

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Schwul-lesbisches Portal „Queer“ hat Bürgermeister Jäschke ausgezeichnet / Heftige Reaktionen auf SVZ-Veröffentlichungen

svz.de von
erstellt am 06.Jul.2015 | 21:00 Uhr

Bis nach Thailand und Frankreich drang die Nachricht, dass in Boizenburg die Regenbogenfahne schon zum zweiten Mal entwendet wurde und dass der Bürgermeister und die Gleichstellungsbeauftragte sie erneut gehisst haben. Das große deutsche schwul-lesbische Newsportal „Queer“ schrieb: „Das hat es in Deutschland noch nie gegeben: Ein Bürgermeister bittet die Bevölkerung öffentlich darum, ein Zeichen gegen Homophobie zu setzen. „Wir laden alle Boizenburger dazu ein, an ihren Häusern oder in ihren Gärten ebenfalls die Regenbogenfahne zu hissen, um zu zeigen, dass hier in der Mehrheit tolerante Menschen leben“, erklärte Bürgermeister Harald Jäschke am Donnerstag in der Schweriner Volkszeitung (SVZ vom 3.7.2015). Allein für dieses klare Signal hat Harald Jäschke großen Respekt und unseren Homo-Orden verdient – welche andere Kleinstadt in Deutschland engagiert sich schon in diesem Maße und so unbeirrt gegen Homophobie? Sein Appell an die Bevölkerung, ebenfalls Flagge zu zeigen, ist der konsequente Schritt. Die Ausgrenzung und Diskriminierung von Lesben und Schwulen ist kein Kavaliersdelikt!“

Für diese Aktion erhielt der Bürgermeister daraufhin Mails aus ganz Deutschland und darüber hinaus. Die Schwusos der SPD Berlin-Neukölln kommentierten: „Auf diesem Wege wollen wir uns ganz herzlich für Ihre Unbeirrtheit, Ihren Mut und Ihre Zivilcourage bedanken. Stadtväter und -mütter Ihres Schlages müsste es mehr geben. Nicht nur die LGBTI*-Gemeinde, sondern alle aufrechten DemokratInnen sind Ihren zu Dank verpflichtet.“

„Ich bedanke mich für Ihr großes Herz und Ihren Mut. Mit Ihrer Aktion zeigen sie der Gesellschaft, dass Diskriminierung falsch ist und eine bunte Gesellschaft Vorurteile abbaut“, schrieb jemand aus der Oberpfalz.

„Menschen wie Sie in verantwortlicher Position, die sich gegen Diskriminierungen jeglicher Art einsetzen, gibt es leider noch immer nicht genug. Vielen Dank. Boizenburg war mir vorher nicht bekannt, ich werde Ihre Stadt sicher einmal besuchen, wenn ich das nächste Mal in Ihrer Region unterwegs bin“, mailte ein Bischofsheimer. Eine Famille aus der Bretagne äußerte: „Unsere Gratulation Herr Bürgermeister Harald Jäschke von Freunden in Frankreich. Es ist wichtig, Flagge zu zeigen, anstatt sich zu verstecken. Aktionen gegen Minderheiten fußen auf Ängsten, die die Betreffenden selbst überwinden müssen.“

Auch auf der Facebookseite „Boizenburg - Klein Venedig des Nordens“ wurde die Aktion von Harald Jäschek und Beate Benz sowie der Beitrag von „Queer“ mit Pro und Contra heftig diskutiert. Die Kommentare reichen von „Wir sollen alle Marionetten sein, die genau das tun, was die wollen. Keiner soll sich noch ne eigene Meinung bilden und diese auch noch vertreten. Ich für meinen Teil fühle mich belästigt durch diesen Regenbogenquatsch.“ bis zu: „KLASSE! Alle mitmachen!“





 

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