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Hagenower Kreisblatt

21. November 2017 | 02:07 Uhr

Hagenow : Holz-Dieben droht immer Anzeige

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Sturmbruch am Wegesrand gehört ausnahmslos den jeweiligen Eigentümern. Wer ihn ohne Erlaubnis mitnimmt, begeht eine Straftat

von
erstellt am 09.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Das Sturmtief „Xavier“ hat in der letzten Woche nicht nur vorrangig Eichen sowie  Buchen entwurzelt und große Äste herabstürzen lassen, sondern auch Kiefern wie Streichhölzer umgeknickt. Das hat am vergangenen Wochenende ganz besonders pfiffige Zeitgenossen auf den Plan gerufen, die entlang der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen beim Aufräumen „helfen“ wollten. Besonders an der B 5 parkten am Sonntag auffallend viele Pkw’s mit kleinen Anhängern, im Volksmund auch  „Klaufix“ genannt. Mit Seelenruhe luden die Fahrer  zurechtgesägte Scheite auf. Wahrscheinlich in dem irrigen Glauben, so kostenfrei ihre Wintervorräte auffüllen zu können.

„Wenn auch das Holz an einigen Stellen noch am Boden liegt, meist schon zum Abtransport vorbereitet,  darf es nicht einfach mitgenommen werden. Das ist Diebstahl“, erklärt Jörg Stübe. Derzeit seien die  Behörden noch mit der Schadensaufnahme beschäftigt. Die Begutachtung jedes einzelnen möglicherweise oder tatsächlich geschädigten Baumes werde noch lange Zeit in Anspruch nehmen, so der Leiter des Forstamtes Schildfeld weiter im SVZ-Gespräch. Außerdem sei es derzeit lebensgefährlich, den Wald zu betreten, egal, ob zu Anfang oder mittendrin. „Viele Bäume sind noch auf Spannung, angebrochene Äste können herunterfallen und bereits angeschobene Bäume aus heiterem Himmel umfallen. Das Gefahrenpotential ist dieser Tage sehr hoch“, warnt der 54-Jährige, der der Behörde seit 1997 vorsteht. Rund 9000 Festmeter Windbruch habe er im Revier zu beklagen. Dieses erstrecke sich über  eine Fläche von 13 600 Hektar, davon seien 5200 Eigentum der Landesforst, der Rest privat und kommunal. „Wer Holz benötigt, kann sich an unsere Förster wenden. Die stellen dann gegen Gebühr eine Genehmigung aus und weisen den Platz aus, von  dem es entnommen werden darf.“ Besonders wichtig ist es dem Forstamtsleiter, all den  ersten Helfern nach dem Sturm auf diesem Wege ein großes Dankeschön zu übermitteln. Weil sie zügig Gefahren gebannt und zahlreiche Wege bereits beräumt hätten.

Wegen Holzdiebstahls sei  bei der Polizei dieser Tage noch keine Anzeige eingegangen, sagt Polizeisprecher Klaus Wiechmann auf Nachfrage der Redaktion. „Es ist aber durchaus möglich, dass das noch kommen wird, wenn das Chaos sich erst mal ein bisschen gelichtet hat. Oft ist es Unkenntnis in der Sache, die manche glauben lassen, weil der Bruch ja minderwertig ist, kann ich ihn mitnehmen. Das ist ein Irrglaube. Es ist und bleibt Diebstahl. Die Polizei hat bei ihren Streifenfahrten ein Auge drauf.“ Holz habe von der Gesetzeslage  immer einen Eigentümer. „Auch wenn die Versuchung groß ist, es zählt der Wille zur Tat und nicht die Menge. Selbst nur zwei kleine Äste mitzunehmen, ist bereits strafbar.“

Wiechmann rät stattdessen den Holzsammlern, sich bei den Kommunen, Forstämtern und Bürgermeistern zu melden. Mit einer erteilten  Genehmigung für Selbstwerbung gäbe  es auch keinen Stress. „Diese Erlaubnis in schriftlicher Form sollte jeder dann aber auch bei sich führen, wenn er Holz einsammelt.“

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