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Hagenower Kreisblatt

18. Dezember 2017 | 08:03 Uhr

Outdoor-Ausstellung : Hochwasser auf Knopfdruck

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Outdoor-Ausstellung in Vier könnte im Herbst eröffnen. Ein hölzernes Tor soll Besucher und vor allem Radfahrer neugierig machen

svz.de von
erstellt am 19.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Einheimische und Touristen können sich auf ein ganz besonderes Highlight in der Region freuen. Das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe hat im Zusammenhang mit dem Umbau der Außenstelle in Boizenburg/Vier die Outdoorausstellung „EinFlußReich“ zum Hochwasserschutz und -management in Angriff genommen. Weithin sichtbar soll ein riesiges hölzernes Tor Besucher und vor allem Radfahrer auf dem direkt daran entlang führenden Elberadweg neugierig machen und in die Ausstellung locken. Das riesige Portal hat auch den praktischen Zweck, Gruppen während der Basisinformationen zu Beginn einer Führung Schutz vor Regen, Schnee oder Wind zu bieten.

Das hölzerne Tor ist eine Idee des jungen Rostocker Architektenbüros „Matrix-Architektur“, die sich damit in einer Ausschreibung gegen andere Bewerber durchsetzten.

„Da wir ja bereits vier Infozentren Indoor haben, wollten wir für diesen Standort etwas ganz Besonderes“, erklärt Klaus Jarmatz, Amtsleiter des Biosphärenreservats Schaalsee-Elbe, in einem gemeinsamen Gespräch mit Anke Hollerbach, Leiterin der Außenstelle in Vier, und Bauleiter Lorenz Meyer gegenüber der SVZ. „Alle unsere Infozentren haben ein eigenes Thema, in Vier wird es das Hochwasser sein. Die Ausstellung wird hochprofessionell sein und neue Wege gehen. Das Ganze soll auch ein bundesweites Modellprojekt für Kollegen werden.“

Vom Holztor aus werden die Besucher über das gemeinsame Gelände der Außenstelle mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) zu verschiedenen Stationen bis zum Aussichtsturm „Elwkieker“ mit seiner grandiosen Aussicht über die Flusslandschaft geleitet. Die Mehrzahl der Stationen wird interaktiv sein. Höhepunkte dürften das nach realitätsnahen Berechnungen entwickelte Modell werden, bei dem man auf Knopfdruck beobachten kann, wie ein Hochwasser entsteht sowie ein sieben Meter langes Wasser-Model der Flusslandschaft, mit dem Kinder wie Erwachsene spielen können. Aber es gibt auch mediale Informationen über diverse Bildschirme sowie einen Pavillon mit einem Infopad zu Sehenswürdigkeiten und Partnerbetrieben in der Region. Für Vorträge kann ein Medienraum genutzt werden, der 50 Personen fasst.

Erst seit Beginn des Jahres ist klar, dass die Outdoorausstellung in vollem Umfang in Vier gebaut werden kann, erläutert Klaus Jarmatz. Denn die Finanzierung dieses Bauprojekts, das in engem Zusammenhang mit dem Umbau der Außenstelle des Biosphärenreservatsamtes in Vier steht, wurde erst vor kurzem in einer zweiten Genehmigungsstufe bestätigt. „Dass das so lange unklar war, hat mit der schwierigen Finanzierung des gesamten Bauprojektes zu tun“, sagt Bauleiter Lorenz Meyer. Und diese wiederum ist durch die vergleichsweise extreme Geschwindigkeit bedingt, mit der das Projekt geplant und begonnen wurde. „Ich habe in meiner 25-jährigen Arbeit als Amtsleiter schon mehrere Landesbauprojekte begleitet, aber dieses hier ist das schnellste“, meint Klaus Jarmatz.

Von der Entscheidung, den Standort in Boizenburg/Vier als Außenstelle des Biosphärenreservats Schaalsee-Elbe zu halten und umzubauen, bis zum Baubeginn vergingen nur drei Jahre. Baubeginn für den Umbau der Gebäude war fast genau vor einem Jahr. So etwas ist nur möglich, wenn man bereit ist, bestimmte Risiken in Kauf zu nehmen. „Wir hätten auch ohne die jetzt bewilligten Mittel die Outdoorausstellung eingerichtet, aber dann eben mit einer reduzierten Ausstattung“, erzählt der Bauleiter.
„Die Entscheidung für den Standort und für die weiteren finanziellen Mittel ist eine politische. Sie wäre ohne das Biosphärenreservatsgesetz, das im letzten Jahr für MV in Kraft getreten ist, so nicht gefallen“, ist sich Klaus Jarmatz sicher.

„Wenn alles gut geht, können wir voraussichtlich im Herbst eröffnen“, hofft Bauleiter Meyer.

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