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Schäden am PKW : Hochkonjunktur der Kabelbeißer

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Marder verursachen verstärkt Schäden im Motorraum von Kraftfahrzeugen / Versicherungen decken nur teilweise Schäden ab

von
erstellt am 11.Aug.2014 | 16:36 Uhr

Kleine Ursache, große Wirkung. Wenn das Fahrzeug nicht mehr startet, die Elektronik versagt oder die Bremsflüssigkeit plötzlich fehlt, kann das ein Marderschaden sein.

Die kleinen flinken Nager verursachen nach Informationen des ADAC mit ihren Bissen in Gummi- und weichen Kunststoffteile jährlich beträchtliche Schäden an den Fahrzeugen. Am häufigsten betroffen sind dabei Zündkabel, Kühlwasser- und Scheibenwaschwasserschläuche, Kunststoffschläuche, Faltenbälge an Antriebswellen und an der Lenkung, Stromleitungen bzw. deren Isolierung sowie Isoliermatten für die Geräusch- und Wärmedämmung.

Fahrzeugführer aus der Region Hagenow können ein Lied davon singen. SVZ fragte in KfZ-Werkstätten nach und erfuhr, dass die Schadensentwicklung unterschiedlich ist. Während in einigen Betrieben wenige bis normale Reparaturen auf Grund von Marderschäden zu verzeichnen sind, wie beispielsweise bei Werner Habicht in Lübtheen, so gab es in den vergangenen Wochen im Mazda-Autohaus Hagenow sehr viele Nachfragen von Fahrzeugbesitzern, die einen Marderschaden in ihrem Motorraum hatten und eine Reparatur wünschten.

„Wir hatten in den vergangenen Wochen sehr viele Schäden zu verzeichnen. Es waren pro Woche im Schnitt so sechs bis sieben Kundenfahrzeuge, die wir repariert haben“, sagt Inhaber Wolfgang Schulz.

„Die Schäden an den Fahrzeugen nahmen in den vergangenen Jahren immer mehr zu. Der Marder wird nicht mehr bejagt. Der Nager verursacht an allen Gummiteilen im Fahrzeug mitunter große Schäden. Und das ist dann auch eine Frage der Fahrzeugsicherheit. Es werden beispielsweise Kabelbäume angefressen und so Airbag-Leitungen beschädigt, die dann möglicherweise ein unkontrolliertes Auslösen verursachen können. Wir hatten schon Marderschäden an Fahrzeugen bis zu einer Höhe von 6000 Euro behoben“, sagte Wolfgang Schulz.

Nach Aussagen von Harald Seyring vom Autohaus Hagenow sind Marderschäden im Fahrzeug durchaus ein ernst zu nehmendes Thema. „In den vergangenen zwei Jahren haben wir es verstärkt mit diesen Problemen zu tun, dass Kunden zu uns kommen. Um die Schäden so gering wie möglich zu halten bieten wir Marderabwehranlagen an“, sagte der Hagenower Geschäftsmann gestern im SVZ-Gespräch.

Und wie sieht es bei diesen Schadenssummen mit dem Versicherungsschutz aus? Bruno Hersel, Versicherungsfachmann aus Hagenow, macht im SVZ-Gespräch darauf aufmerksam, dass in einer klassischen Teilkasko-Versicherung Schäden versichert sind, die durch Marderbisse auftreten, einschließlich der daraus entstehenden Folgeschäden, wie beispielsweise an der Elektronik. „Die Höhen schwanken hier, wir als LVM versichern hier bis 3000 Euro. Jeder sollte sich also seine Versicherungs-Unterlagen genau ansehen, um den Versicherungsschutz festzustellen. Es gibt auch so genannte abgespeckte Tarife, bei denen der Marderbiss oder der Folgeschäden nicht versichert sind“, sagt Bruno Hersel.


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