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Hagenower Kreisblatt

22. November 2017 | 19:33 Uhr

Hagenow : Hinter die Kulissen schauen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Zahlreiche Einrichtungen öffnen am Tag des offenen Denkmals. Alte Synagoge zeigt Fragmente jüdischer Bücher. Zapel lädt zum Hoffest

von
erstellt am 07.Sep.2016 | 12:00 Uhr

Geschichte zum Anfassen – an diesem Wochenende ist das wieder möglich. Zum Tag des offenen Denkmals öffnen zahlreiche historische Bauten und Stätte ihre Türen, die sonst gar nicht oder nur teilweise zugänglich sind. Auch in unserer Region haben die Besucher am 11. September die Möglichkeit, in alten Ruinen zu stöbern und einen Streifzug in die Vergangenheit vorzunehmen.

Die Alte Synagoge Hagenow öffnet von 14 bis 17 Uhr. Interessierte können das Gemeindezentrum der ehemaligen jüdischen Gemeinde Hagenows, bestehend aus dem Schulhaus und der Alten Synagoge sowie eine Dauerausstellung und eine Sonderausstellung besichtigen. Zwei Vorträge des Museumsleiters Henry Gawlick und der Judaistin Hanna-Barbara Rost runden das Programm ab. Der erste Vortrag beginnt um 15 Uhr und widmet sich der Entwicklungsgeschichte der Gebäude von einem weitgehend brachliegenden Überbleibsel einer vertriebenen Gemeinde hin zu einem Museum als Gedenk- und Erinnerungsort. Henry Gawlick wird den ereignisreichen Weg des Umbaus und der Gestaltung des Ensembles aufzeigen. Um 16 Uhr präsentiert Hanna-Barbara Rost, derzeit Praktikantin im Museum, einen besonderen Schatz, der während der Renovierungsarbeiten der Synagoge zu Tage getreten ist: die Genizah. Dabei handelt es sich um einen über hundert Jahre alten Bestand religiöser Texte, vor allem Gebetbücher in Jiddischer und Hebräischer Sprache, die auf dem Dachboden versteckt waren. Die Judaistin wird einige Auszüge aus ihrer aktuellen Forschungsarbeit, einer reich illustrierten „Weiberbibel“, zeigen und erläutern.

Das Hanna-Meinungen-Haus und die Alte Synagoge in der Hagenstraße 48 sind am 11. September von 14 bis 17 Uhr geöffnet; das Museum der Stadt in der Langen Straße 79 bleibt an diesem Tag geschlossen. Der Eintritt ist am Tag des offenen Denkmals frei, Spenden sind willkommen.

In Zapel sind am kommenden Sonntag Besucher zu einem Hoffest im Rahmen der offenen Denkmal-Aktion eingeladen. Von 10 bis 18 Uhr bereitet Martina Kriedel, Baumstraße 15, ein kleines Programm vor. „Die Ruine des ehemals doppelstöckigen Kuhstalles als Relikt des alten Gutes in Zapel ist sehenswert, dazu gibt es eine kleine Führung um 11 und 14 Uhr“, so die Gastgeberin. Die nahegelegene historische Dorfteichanlage ist einen Spaziergang wert. Als Rahmenprogramm ist folgendes vorgesehen: Um 15 Uhr tritt die „Buntmalerin“ auf und präsentiert das neueste Märchen „Rumpelstilzchen“ mit dem Marionettentheater.
Um 16 Uhr ist das orientalische Trommel-und Tanzduo „Suhana und Castano“ aus Polz zu Gast und um 17 Uhr gibt sich der Rapper „Memo Riae“ aus Hagenow die Ehre.
Im Atelier Martina Kriedel können die Gäste zudem verschiedenes bestaunen, unter anderem Kleinkeramik, Pappmascheeobjekte, Malerein und den neuesten Kalender sowie ein eigens illustriertes Märchenbüchlein. „Außerdem kann mir der Besucher beim Marionetten herstellen über die Schulter schauen.“ Auch andere Künstler wie der Wurzelschnitzer aus Wittenburg, eine Spinnerin oder die Leezener Künstler sind vor Ort. „Und wer selbst Lust hat, sich kreativ zu betätigen, kann das beim workshop Töpfern oder Linoldruck tun“, so Kriedel abschließend.


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