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Hagenower Kreisblatt

20. November 2017 | 22:16 Uhr

Lübtheen : Hilfe, wo sie gebraucht wird

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Neue Beratungsstelle in Lübtheen unterstützt EU-Migranten. Landkreisweites Projekt hilft bei Behördengängen und im alltäglichen Leben

von
erstellt am 03.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Lübtheen Das Leben in einem neuen Land  gestaltet sich meist gar nicht so einfach wie gedacht. Was ist die GEZ? Wie kann ich mich versichern oder wo kann mein Kind in der Nähe zur Schule gehen? Das sind nur einige der Fragen, die Migranten in unserem Landkreis beschäftigen. Eine Orientierung bietet ihnen das Projekt HELLP – Hilfe für EU-Bürger im Landkreis Ludwigslust-Parchim. 

Seit Anfang des Jahres sind die Berater des Projektes nun auch zweimal im Monat in Lübtheen vor Ort und bieten ihre Hilfe allen EU-Migranten an. „Wir haben das Team so zusammengestellt, dass wir verschiedene Muttersprachler bei uns haben“, erzählt Ronald Klinger vom Projekt. Der Sprachmix reiche von Polnisch über Rumänisch bis Tschechisch. Oft fungieren die Berater als Dolmetscher. Abgesehen von der sprachlichen Barriere sei es aber auch schwierig, Zugang in das komplizierte Rechts- und Sozialsystem von Deutschland zu bekommen. „Wir sind das einzige Land, das beispielsweise eine GEZ  hat“, so Klinger. Häufiger helfen sie  aber bei Problemen, wenn es um Behördengänge   geht und sie unterstützen bei Anträgen oder Bewerbungen. „Wir haben einen großen Bestand an Vorlagen und Formularen“, so Roland Klinger, auf die sie dann zurückgreifen können.

Gut besucht werden vor allem auch die angebotenen Sprachkurse des Projektes. In Lübtheen gibt  es schon 30 Teilnehmer.

Seit März vergangenen Jahres gibt es das Projekt HELLP im Landkreis. Mit Unterstützung der EU-Hilfsfond für die am stärksten benachteiligten Personen, kurz EHAP, und des Landkreises bietet das Team  Orientierung im Rechts- und Beratungssystem, begleitet in das Gesundheits- und Sozialleistungssystem, in Sprachkurse, sie helfen bei Wohnungsangelegenheiten und bei der Integration der Allerjüngsten in Kita und Schule.

Projektträger ist übrigens der VSP, Verbund für soziale Projekte gmbH aus Schwerin in Kooperation mit der GiB mbH, der Gesellschaft für innovative Beschäftigung  aus Ludwigslust. Mittlerweile sind die Berater in acht Städten im Landkreis vor Ort, darunter in Wittenburg, Boizenburg, Hagenow und Zarrentin und seit Jahresbeginn nun  auch in Lübtheen.

„Wenn wir in einen neuen Ort kommen, verschaffen wir uns selbst erst einmal einen Überblick über die Gegebenheiten“, so Klinger weiter. Das Team besucht die öffentlichen Einrichtungen, schaut,  wo die nächsten Kitas, Schulen, Banken oder Krankenkassen sind und macht sich einen Eindruck von dem Wohn- und Lebensumfeld. Danach wird versucht, Kontakt zu den Migranten herzustellen. „Sie kommen nicht einfach auf uns zu. Da müssen wir schon ein bisschen Werbung für uns machen.“

Erste Gespräche beispielsweise  mit der Firma Brüggen in Lübtheen gab es schon und auch ein Sprachkurs wurde bereits organisiert.  Wunsch der Berater wäre, vor allem noch mehr  Hilfestellungen in der sozialen Integration und bei Freizeitangeboten geben zu können. „Das fehlt noch ein bisschen.“

Das HELLP-Team ist jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat, jeweils von 9 bis 14 Uhr in der Poststube im örtlichen Bürgerhaus, Ernst-Thälmann-Platz 6, vor Ort und bietet allen „Neu-Lübtheenern“ Unterstützung an.

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