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Pflanzenschutzmittel Glyphosat : „Hier wird viel weniger eingesetzt“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Bauernverband Ludwigslust über den Gebrauch des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat in der heimischen Landwirtschaft

svz.de von
erstellt am 26.Dez.2015 | 12:00 Uhr

Für Hersteller und Agrarindustrie geht es um ein Milliardengeschäft. Für die Verbraucher um ihre Gesundheit, sie sind seit diesem Jahr zu Recht verunsichert: Das weltweit meistverkaufte Pflanzengift Glyphosat steht kurz vor der Neuzulassung in der EU. Doch bevor es soweit ist, müssen natürlich die Risiken neu bewertet werden. Denn das von Landwirten auch hierzulande verwendete Mittel wird eingesetzt, um lästiges Unkraut zu vernichten. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) prüft die Sicherheit. Es soll die Verbraucher vor Gesundheitsschäden schützen. Die Weltgesundheitsorganisation stuft das Pestizid als „wahrscheinlich krebserregend bei Menschen“ ein. Ein beunruhigender Gedanke. Das BfR hingegen kommt zu dem Schluss, der Stoff sei weitgehend unbedenklich. Waghalsige Behauptung oder tatsäch wahr?, darüber streiten sich derzeit nicht nur Wissenschaftler und Gelehrte.

„Die Europäische Union hat alle Vorwürfe geprüft und gesagt, es ist nichts dran. Denn die Zulassung soll um zehn Jahre verlängert werden. Doch bevor das geschieht gibt es jede Menge Prüfungen und Analysen. Sobald es den leisesten Zweifel gibt, wird Glyphosat nicht weiter zugelassen“, sagt Harald Elgeti vom hiesigen Bauernverband.


Glyphosat kommt seit 20 Jahren zum Einsatz


Seit etwa 20 Jahren käme das Unkrautvernichtungsmittel bereits zum Einsatz. Dass immer mal wieder Panik und Ängste geschürt würden, verwundere ihn nicht. Hierzulande werde jedoch viel weniger Glyphosat eingesetzt, als beispielsweise in Ländern, wo gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut würden.

„Ich war selber mal in der Pflanzenschutzindustrie tätig. Dort habe ich mitbekommen, wie lange es dauert, bis etwas neu zugelassen wird. Das kann mitunter Jahre dauern. Es gibt Auflagen und Richtlinien, an die man sich halten muss“, betont Nicole Gottschall, Agrar-Managerin und seit November dieses Jahres auch Geschäftsführerin des Bauernverbandes Ludwigslust. Die aktuelle Genehmigung für den Wirkstoff ende auf EU-Ebene im Dezember dieses Jahres. Sie sei von den zuständigen Gremien bis Ende Juni 2016 verlängert worden. Dies sei notwendig geworden, um die derzeit laufende erneute Prüfung des Wirkstoffs nach aktuellem Stand von Wissenschaft und Technik abzuschließen. Grundsätzlich gelte: Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln seien vielfältigste Regeln zu beachten, um die gewünschte Wirkung zu erzielen, die Sicherheit für Verbraucher sowie Anwohner zu gewährleisten und den Naturhaushalt nicht unvertretbar zu belasten. Gottschall: „Bei sachgerechter Anwendung von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln sind nach meinem Kenntnisstand keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier zu erwarten.“

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