Stintenburg : Hier schmeckt man Mecklenburg

Das Brückenhaus-Team bekommt die Plakette der Initiative „So schmeckt Mecklenburg“ verliehen, 2.v.li. Johann Hartwig Graf von Bernstorff, 2.vre. Geschäftsführer Friedrich Wilhelm Krüger.
Das Brückenhaus-Team bekommt die Plakette der Initiative „So schmeckt Mecklenburg“ verliehen, 2.v.li. Johann Hartwig Graf von Bernstorff, 2.vre. Geschäftsführer Friedrich Wilhelm Krüger.

Brückenhaus am Schaalsee ist jetzt Mitglied im noch kleinen Klub der Feinschmecker. Einsatz für regionale Esskultur gewürdigt

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22. Juni 2016, 05:00 Uhr

Es gab Fischtopf des Hauses mit Fenchel, Schaalseefisch und Tomatenessencen. Später wurde dann ein souffliertes Kalbrückensteak mit Pfifferlinge, Erdapfel und Spargel gereicht. Der Anlass des kleinen Festessens im „Brückenhaus am Schaalsee“ war ein ganz besonderer. Das kleine Restaurant unter den Fittichen von Johann Hartwig Graf von Bernstorff ist mit diesem Abend der Initiative „So schmeckt MV“ beigetreten. Das ist ein ein ziemlich exklusiver Klub mit eigenen Regeln, der sich vor allem der Pflege der regionalen Esskultur verpflichtet fühlt. Und vor allem der Ehrlichkeit. So musste der Gastgeber an diesem Abend vor befreundeten Gastronomen auch zugeben, dass der Fisch dieses Mal leider nicht aus dem Schaalsee stamme sondern aus der Müritz. Der Schaalsee gäbe gegenwärtig zu wenig Fang her.

Dem Erfolg des Abends und der Aufwertung des kleinen aber durchaus feinen Hauses in sehr exponierter Lage tat das keinen Abbruch. Denn die eigentliche Prüfung des Hauses hatte es schon vorher gegeben. Für die Initiative kann man sich nämlich nicht bewerben, man wird empfohlen. Friedrich Wilhelm Krüger, der Geschäftsführer des Vereins „So schmeckt Mecklenburg-Vorpommern“, war dann zunächst als unerkannter Tester unterwegs, bevor er den Gastronomen ansprach. Denn wer nicht will, der muss auch nicht mitmachen. Mit dem unstillbaren Drang nach edler Küche, gar nach verliehenen Sternen hat die Initiative, hinter der auch die Firma Güstrower Schlossquell steht, nichts zu tun. „Uns geht es um gute und kreative Küche, aus der Region, um die Bewahrung von Traditionen. Wir wollen mit unseren kulinarischen Partnern auch über die Landesgrenzen hinaus für das Bundesland mit gutem Essen werben“, erklärte Krüger in Stintenburg. Bisher haben im Land nur acht Einrichtungen die Plakette bekommen. Im Landkreis gehört noch „Hof Denissen“ zu diesem Kreis. Angesichts der Kriterien, zu denen auch einige Selbstverpflichtungen, wie z. B. der Verzicht auf vorgefertigte Produkte gehören, schätzt Krüger, dass es im ganzen Land allenfalls 20 bis 30 Kandidaten für die Initiative gäbe. Die Landeshauptstadt Schwerin hat noch kein Mitglied im Klub der Feinschmecker, was aber auch am Unwillen einige Gastronomen liegt, sich den Regeln zu unterwerfen.

„Man muss schon ein wenig verrückt sein, um hier mitzumachen, es lohnt sich auch nicht unbedingt und wenn, dann langfristig. Aber die Gäste danken es einem, und es geht um den eigenen Anspruch“, so Toni Münsterteicher, Inhaber der Strandhalle in Binz, die sich auch zu der Initiative bekennt. Sowie die Stintenburger mit ihrem engagierten Team.

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