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Jessenitzer Küche : Hier gibt es nichts aus der Tüte

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Jessenitzer Küche wird ab Oktober auch die Kinder der Vellahner Kita täglich frisch bekochen.Ehrgeiziges Küchenteam aufgestockt

von
erstellt am 13.Jul.2017 | 20:30 Uhr

In dieser Küche gibt es keine Fertiggerichte,  mit der Mikrowelle wird hier auch nichts warm gemacht. Dafür wird täglich noch ordentlich gekocht, frisch, mit selbst geschälten Kartoffeln und auch mit Kräutern aus dem nahen Garten. Wir sind in Jessenitz, beim dortigen Aus-und Weiterbildungsverein. Und wir sind bei Annemarie Thies, Antje Merkel und Nancy Stein, dem neu aufgestellten Küchenteam.

Die drei Frauen sind so etwas wie die Garantie für gute Laune, bei den Kindern der Kita „Wichtelwelt“ aber auch bei allen anderen Gästen des Aus- und Weiterbildungsvereins. Ab Oktober werden die Frauen sich dann auch um das leibliche Wohl der Kinder in der neuen Vellahner Kita kümmern. Dann kommen zu derzeit 100 Portionen am Tag noch einmal 100 dazu. Dafür spricht die immer noch wachsende Zahl der Anmeldungen für die neuen Einrichtung, die im Herbst eröffnet

„Wir kochen für die Kinder selbst, wir nehmen Anbieter aus der Region, wir liefern frisch an, das ist Teil unserer Konzeptes. Das haben wir versprochen, das halten wir auch ein“, erklärt Geschäftsführerin Eilyn Brockmöller selbstbewusst. Ihr Dienstleistungsunternehmen hat in Vorbereitung auf die neue Trägerschaft erst vor kurzem  noch einmal 60 000 Euro in die Modernisierung der schon bestehenden Küche gesteckt.

Jetzt stehen dort hochmoderne Gasherde, Frischhalte-Schränke, Kühleinrichtungen  eine vernünftige Entlüftung. Vor allem haben die Frauen an großzügigen Arbeitstischen Platz, sich zu entfalten. Denn hier soll es nichts aus dem Eimer geben, auch der Nudelsalat wird selbst gemacht. Die Frauen kommen aus Jessenitz, Trebs und Vielank und sehen ihren neuen Aufgaben mit großer Freude entgegen. „Es soll den Kindern schmecken, wir werden vielfältig kochen“, verspricht Küchenchefin  Antje Merkel, der im Laufe des Gespräches immer mehr einfällt. So sollen die Kindern auch durchaus Wünsche an die Küche schicken können. Was nicht heißt, dass es dann laufend Pommes und Würstchen gibt. Eintöpfe, Mecklenburger Gerichte, Buttermilchsuppe , natürlich das beliebte Senfei, all das soll es geben. Chefin Brockmöller will ihrer Küche dabei möglichst freie Hand beim Kochplan und Bestellung  lassen. Im Idealfall soll es für Vellahn zwei Hauswirtschafter geben, die die Kooperation mit der Kita organisieren. Das Essen wird in Jessenitz gekocht und dann in speziellen Behältern direkt zur Kita gebracht.  Angst, mit der Kalkulation nicht zurecht zu kommen, hat Brockmöller nicht. „Wir haben ja Erfahrungen, wir kochen ja schon täglich. Das passt schon.“

Derweil arbeitet sich das Küchenteam täglich ein, bevor ab Oktober die neue Kita öffnet. Die Zahl der Anmeldungen liegt bereits jetzt jenseits der 90.

Kommentar von Mayk Pohle: Selbst sind die Köche
So stellt man sich Essensversorgung vor: Wenn die Küchenfrauen tief geknickt sind, falls es mal nicht geschmeckt hat. Während anderswo immer mehr Betreiber ihre eigenen Küchen schließen und auf meist große anonyme Dienstleister  zurückgreifen, wird hier in Jessenitz noch an den eigenen Herd geglaubt. Die Eltern, die ihre Kinder in Vellahn angemeldet haben, wird es freuen. Und das Beispiel zeigt, dass es mit der eigenen Versorgung klappen kann. Natürlich kostet es Geld, aber man braucht vor allem einen langfristigen Plan. In Jessenitz gibt es den, schön für die Kinder und ihre Familien.
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