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Naturerlebnisbad Schwartow : Hier führt kein Weg rein

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Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Weil die Stadtvertreter im nichtöffentlichen Teil ihrer Sitzung den Kauf eines Grundstücks ablehnten, gibt es jetzt keine Zufahrt mehr auf das beliebte Freizeitgelände neben dem Naturerlebnisbad Schwartow

svz.de von
erstellt am 26.Jan.2017 | 05:00 Uhr

„Jetzt ist Schluss“, sagt Rico Peters aus Altendorf und grenzt mit dem rotweißen Absperrband auch noch den letzten Rest seines Grundstücks ab. Seit Montag ist nun die Zufahrt auf das im Sommer rege genutzte Freizeitgelände neben dem Naturerlebnisbad Schwartow gesperrt. Diesem drastischen Schritt vorausgegangen war die Ablehnung der Stadtvertreter im nichtöffentlichen Teil ihrer Sitzung am vergangenen Donnerstag, das gesamte Grundstück, zu dem auch der Weg zum Freizeitgelände gehört, zu kaufen.

Schon mehrmals hatte Familie Peters in der Vergangenheit der Stadt das Gelände von insgesamt rund 11 000 Quadratmetern zum Kauf angeboten. „Ich weiß nicht, was die Stadt sich gedacht hat. Wahrscheinlich ging sie selbstverständlich davon aus, dass sie den Weg auf das Freizeitgelände für ewig einfach so nutzen kann“, rätselt Peters über die für ihn unverständliche Entscheidung der Stadtvertreter. Zu DDR-Zeiten habe das Gelände ganz selbstverständlich der Stadt gehört und war somit für das Freibad nutzbar. Doch nach der Wende erhielten die ursprünglichen Eigentümer diese Fläche wieder zurück.

„Ich habe vor dem Sommer letzten Jahres mit Herrn Peters gesprochen und dabei wurde klar, dass er nur bereit ist, das Grundstück insgesamt zu verkaufen und nicht nur den Weg“, erklärte Bürgermeister Harald Jäschke auf Nachfrage der SVZ.

Ende Juli 2016 stellte Lutz Heinrich als Fraktionsvorsitzender im Namen der Boizenburger CDU-Fraktion bei der Stadt den Antrag, das gesamte Grundstück zu erwerben. Bei diesem Antrag spielte neben dem Erwerb der Zuwegung der Gedanke eine Rolle, dass man so das Freizeitgelände erweitern könnte. Das Gelände ist beliebt für Freizeiten und Zeltlager, da sich auch Duschen und Toiletten darauf befinden und gleich nebenan das Freibad ist. Für große Veranstaltungen war es dann oft zu klein. „Wenn die Feuerwehren hier ihre Zeltlager machen, kommen schon mal 200 Teilnehmer“, erläutert Matthias Zotke, der Chef des Natuerlebnisbades, im Auftrag der Stadt, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Nach Verhandlungen mit der Stadt wurde eine Summe von 15  000 Euro mit Familie Peters ausgehandelt. „Das ist ein normaler Preis“, findet Rico Peters.

Leider wurde nach einer Bauvoranfrage beim Landkreis deutlich, dass das Gelände nur beschränkt nutzbar ist, weil es im Naturschutzgebiet liegt. Doch allein die Zufahrt würde den Kaufpreis rechtfertigen, fand die CDU. Denn der Neubau einer Zufahrt über das Freibad-Gelände würde nach ihrer Schätzung ca. 50   000 Euro kosten, da dieser Weg an einer Regelstation der Versorgungsbetriebe vorbei führen müsse und auch die Fahrradständer dann an anderer Stelle neu aufgebaut werden müssten. „Wie soll der Freizeitplatz nun erreicht werden?“, fragt Lutz Heinrich. „Für den Neubau der Zuwegung stehen im Haushalt 2017 keine Gelder zur Verfügung.“ Also könne mit einem Bau auch erst 2018 begonnen werden. „Dieser Schildbürgerstreich wird die Stadt und den Steuerzahler viel Geld kosten“, glaubt der CDU-Mann.

Entgegen anders lautenden Gerüchten kann sich die Stadt den Weg auch nicht im Rahmen des Flurneuordnungsverfahrens in Schwartow einfach einverleiben. „Auch im Rahmen dieses Verfahrens müsste sich die Stadt mit dem Eigentümer einigen“, sagt Dagmar Poltier vom Bauamt.

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