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Hagenower Kreisblatt

12. Dezember 2017 | 11:31 Uhr

Hagenow : HGN- das neue Zeichen für Heimat

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Boom der alten Kennzeichen im Landkreis setzt sich fort / Die meisten Zulassungen laufen im Kreis aber weiter unter dem Kürzel LWL

von
erstellt am 29.Jul.2015 | 11:50 Uhr

Drei Buchstaben bedeuten auf der Autobahn eigentlich Provinzkennzeichen. Zumal, wenn die drei Buchstaben kaum einer kennt.  Doch die Wahl des Kennzeichens wird für Autofahrer im Landkreis offenbar immer stärker zu einem Bekenntnis zur Heimat, zu ihrer Region. Und die ist eben deutlich kleiner als der  riesige Landkreis. Diese Entwicklungen bestätigen neueste Statistiken, die der Landrat dem Kreistag vorgelegt hat. Danach hat es bei den so  genannten regionalen Kennzeichen  einen deutlich Zuwachs gegeben. Im Jahr 2013 gab es erst 1079 Kennzeichen mit dem Kürzel HGN. Ein Jahr später waren es bereits 2822. Zwar konnte das Hagenower Kennzeichen im Jahr 2013 nur fünf Monate vergeben werden, dennoch ist der Trend eindeutig. Im Bericht des Landrates an den Kreistag liest sich das wie folgt: „Außerdem kann festgestellt werden, dass die Bürger und Firmen des Landkreises eine sehr enge Bindung an die ursprünglichen Kfz-Kennzeichen haben. Dabei sind die Kennzeichen LWL und PCH absolute Spitzenreiter.“

Der Anteil von PCH-Schildern ist im Jahresvergleich leicht gesunken, von 9033 auf 8829. Unangefochtener Spitzenreiter ist und bleibt jedoch die Buchstabenkombination LWL. Hier gab es Ende 2014 insgesamt 11 486 Zulassungen, 2013 waren es noch 11 702 gewesen.

Für das Lübzer Kennzeichen, LBZ, war der Sprung gewaltig von 467 auf 1574. Spätestens hier zeigt sich, dass die Identifizierung mit den alten Kreisen aus DDR-Zeiten noch immer sehr stark ist. Auffällig stark ist der Anteil des eigentlich bei vielen Bürgern unbeliebten LUP-Kennzeichens, das ja den sowieso als sehr künstlich empfundenen Namen des Kreises weiter aufgreift. Bei LUP stieg die Kennzeichenzahl von 1484 im Jahre 2013 auf 4002 im Jahr 2014.   Die Steigerung bei den LUP-Zulassungen von 2013 zu 2014 kommt in erster Linie dadurch zustande, dass Kurzzeit-Kennzeichen nur mit dem Kürzel LUP vergeben werden.

Ein klare Rangfolge gibt es auch bei den Standorten der einzelnen Zulassungen.

Rolf Christiansen: „Der Standort in Schwerin in der Otto-Hahn-Straße hat sich zum Hauptstandort entwi-ckelt. Das lässt sich eindeutig anhand der vorliegenden Zahlen belegen. Fast 50 Prozent  aller Zulassungsvorgänge des Landkreises und der Landeshauptstadt werden hier bearbeitet. Die zentrale Lage, außerdem die Region, in der viele Bürger des Land-kreises arbeiten, machen es so interessant, hier eine Zulassung vorzunehmen. Mit der Schaffung eines Händlerschalters hat sich die Zulassung für die Autohäuser bzw. Zulassungsdienste wesentlich verbessert. Da es sich hier um eine reine Kfz-Zulassung handelt, fahren Firmen und auch Privatpersonen bei Spezialfällen gern dorthin, da sie geballte Sach- und Fachkompetenz vorfinden.“

Die Zahlen belegen aber auch noch einen weiteren Trend, nämlich die stetige Zunahme von Zulassungsvorgängen. Das ist nicht mehr allein mit dem Wunsch der Bürger nach dem regionalen Kennzeichen zu erklären. Die Notwendigkeit, flexibel zu sein, bedingt diese Entwicklung entscheidend. Der Landrat lobte zugleich die gute Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt,  mit der man ja die Zulassungsstelle gemeinsam betreibe unter Federführung des Landkreises.

In den kommenden Jahren dürfte der Anteil der regionalen Kennzeichen im Vergleich zu den noch führenden LWL oder PCH weiter steigen. Denn mit jeder Ummeldung steht auch die Frage an, welches Kennzeichen genommen wird. Kurz nach der Einführung der 1994 zunächst abgeschafften alten Kennzeichen waren die größten Liebhaber zur Zulassungsstelle gekommen und hatten ihre bereits zugelassenen Fahrzeuge umgemeldet. Dieser Boom war aber schnell vorbei.

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