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Vom Liebling zum Sorgenkind : Herumstreunende Plagegeister

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Boizenburg hat ein Problem mit freilaufenden Katzen / Anwohner ärgern sich über Hinterlassenschaften / Stadt sucht nach einer Lösung

svz.de von
erstellt am 18.Aug.2014 | 17:01 Uhr

Vom Liebling zum Sorgenkind: Das ist das, was viel zu vielen Katzen widerfährt. Auch in Boizenburg bleibt dieses Schicksal einst verhätschelten Stubentigern nicht erspart. Katharina Wiener hat das schon oft erfahren. Die beiden jüngsten Fälle beweisen das. So hörten tierliebe Boizenburger ein klägliches Mauzen aus einem Sperrmüllhaufen auf der Siedlung. Sie sahen nach und fanden in einem Karton eine Handvoll Leben. Ein Kätzchen, um die drei Wochen alt, mit schwarzem Fell.

Sie brachten es zur Tierärztin am Bahnhof. Für sie war es innerhalb kurzer Zeit der dritte, etwa gleich alte Gast. Zwei grau weiß getigerte Katzenbabys überließ irgendwer in einem Garten ihrem Schicksal. Nun tapsen sie in ihrer Praxis umher. So lange, bis sie alt genug und handzahm sind, um an Menschen mit Herz für Tiere vermittelt zu werden. Jährlich versucht sie das bei rund 20 „Fundkatzen“. Wie sie sagt, mehr oder weniger erfolgreich, aber in der Regel würde es am Ende funktionieren.

Das junge Trio ist ein niedlicher Anblick, der nachdenklich stimmt. In Boizenburg gibt es einige Orte mit herumstreunenden Plagegeistern, wie etwa der Bollenberg. Renate Zettwitz gehört seit rund einem Jahr zu Tierfreunden, die die Streuner anfüttern. So ist es möglich, sie einzufangen und zu kastrieren, um die Population einigermaßen in den Griff zu bekommen. Anwohner ärgert das. Es ist zu riechen und zu sehen, wo Katzen sind. Katharina Wiener versteht den Frust der Leute über diese Hinterlassenschaften.

Auch Dagmar Poltier. Unbestritten, Boizenburg hat ein Katzenproblem, sagt die Leiterin vom Fachbereich Bau und Ordnung gegenüber unserer Redaktion. Die Verwaltung versuchte ihrerseits, bereits zu reagieren. 2013 legte sie dem zuständigen Ausschuss einen Entwurf für eine Verordnung zum Halten und Führen von Hunden und Katzen zur Diskussion vor. Die Katzen wurden zunächst gestrichen. Im Frühjahr 2014 bildete die Verwaltung eine Arbeitsgruppe, der Elbestädter, die in der Stadt ansässigen Tierärzte und Tierpensionen sowie die zuständige Mitarbeiterin des Landkreises angehören. Bei zwei bisherigen Treffen erörterte die Runde die komplizierte Problematik. Endgültig lösbar ist sie wohl nicht, aber wir würden sie, so Dagmar Poltier, zumindest reduzieren wollen. Zunächst soll eine öffentliche Aufklärung erfolgen. Die Verwaltung bereitet einen Informationsflyer vor, der im Herbst in die Haushalte kommen soll. In welchem Umfang (finanziell), und wie es dann konkret weiter gehen kann, hängt von der Einstellung der Stadtvertreter zum Thema ab. Katharina Wiener ist übrigens eine von 25.

 

 

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