Bresegard bei Picher : „Herr Caffier, wir brauchen ein Auto...“

Keine Nebelfantasie: so ein Fahrzeug wünscht sich auch die Feuerwehr in Bresegard.
Keine Nebelfantasie: so ein Fahrzeug wünscht sich auch die Feuerwehr in Bresegard.

Feuerwehr und Gemeinde Bresegard stellen Antrag an das Innenministerium

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24. November 2017, 08:00 Uhr

Es ist der Traum vieler Gemeinden und Feuerwehren im ganzen Land: die Anschaffung eines neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs (TSF-W) für die eigene Wehr im Ort. Doch wie schwierig sich die Förderungen solcher teuren Spezialfahrzeuge gestaltet, musste jüngst auch die Gemeinde Wittendörp erleben, die mit Absagen aus dem Ministerium zu leben hatte - Ende offen. Den selben Traum verfolgt jetzt die Gemeinde Bresegard mit Bürgermeisterin Marianne Röckseisen und Wehrführer Andreas Dziedo. Beide jedoch gingen einen anderen Weg  - nämlich den direkten. Als Lorenz Caffier am Dienstagabend in Hagenow zum offenen Bürgerforum gastierte, packten die Bresegarder die Gelegenheit beim Schopfe und fragten offensiv nach der Förderung für ihr Fahrzeug. Eine direkte Antwort gab es zwar, aber mit Sicherheit noch nicht die erhoffte. Denn Caffier musste sich selbstredend mit allgemein gültigen Sätzen etwas ausflüchten. „Es gibt mehrere Faktoren, die bei der Förderung zu beachten sind. Erstens muss die Kommune der Wehr zustimmen. Dann hat der Kreisfeuerwehrverband Mitspracherecht. Außerdem muss der Landkreis einen positiven Bescheid geben und das Referat des Innenministeriums. Wenn das alles erfüllt ist, guckt man noch, ob es sich um Feuerwehren mit Grundausstattung handelt oder nicht. Eins ist aber klar. Die Wehr muss sieben Tage die Woche, 24 Stunden einsatzfähig sein. Wir fördern keine Garagenfahrzeuge.“

Mit der allgemeinen Antwort waren Dziedo und Röckseisen natürlich noch nicht zufrieden und setzten nach. Im Anschluss an die Veranstaltung wurde ein Antrag übergeben. „In Bresegard gibt es mehrere Risikofaktoren für Brände, so ist es auch besonders wichtig schon Entstehungsbrände löschen zu können. Es gibt vier Geflügelmastanlagen mit großen Photovoltaikanlagen auf den Dächern, eine Rinderhaltung auch mit Photovoltaikdächern und zwei Biogasanlagen, sowie ein Blockheizkraftwerk und ein Pelletwerk. Wir brauchen unbedingt so ein Fahrzeug für unsere Wehr“, sagt Marianne Röckseisen.

Die Gemeindevertretung hat den Beschluss zur Neuanschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges und zur Aufbringung der Eigenmittel getroffen. Das alte Fahrzeug ist 20 Jahre alt, reparaturanfällig und permanent chronisch überladen.  Die Fördermittel-anträge sind über das Amt Hagenow Land gestellt worden, eine Rückmeldung ist für Mitte 2018 in Aussicht gestellt. Die Erstellung eines neuen Feuerwehrbedarfs-plans  wird zurzeit öffentlich ausgeschrieben.

Gestern gab es Antwort aus dem Ministerium: „Grüße zurück. Der Minister wird sich bemühen.“

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