Gegen Steuerpläne : Herbst-Ritt wird zum Protest-Ritt

Nach fünfzehn Jahren verabredeten sich am Wochenende Reiter in Techentin wieder zum großen Herbstausritt. Diesmal mit einer Botschaft: Keine Chance für die Pferdesteuer. Fotos: kahe (4)
Nach fünfzehn Jahren verabredeten sich am Wochenende Reiter in Techentin wieder zum großen Herbstausritt. Diesmal mit einer Botschaft: Keine Chance für die Pferdesteuer. Fotos: kahe (4)

Reiter aus Ludwigslust, Prislich, Grabow, Hornkaten und Picher wehren sich gegen die Vielanker Idee, Pferdesteuern zu erheben

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16. November 2014, 16:36 Uhr

Es sollte der erste große gemeinsame Herbstritt nach 15 Jahren werden. Doch bevor die vielen Reiter aus Ludwigslust, Picher, Prislich, Grabow und Hornkaten am Sonnabend in Techentin ihre Pferde sattelten, schimpften, klagten und protestierten sie. Darüber, dass Gemeindevertreter im nicht weit entfernten Vielank öffentlich darüber nachdenken, Pferdesteuern zu erheben. Man dürfe keine Gelegenheit auslassen, sich dagegen zu wehren, so Martina Hädicke. „Setzt sich erst einmal eine Gemeinde mit dieser Idee durch, dann ziehen andere Kommunen nach. Das müssen wir verhindern.“ Die 49-Jährige hat sich vor zwei Jahren ihr Pferd „Ragon“ gekauft. „Die Unterhaltung ist jetzt schon ein Überlebenskampf“, sagt sie. „Kommt die Pferdesteuer, wäre das für mich eine persönliche Katastrophe.“ Wie ihr geht es den meisten Reitern, die sich an diesem Tag mit Pferden und Kutschen am Stall in Techentin versammeln. Melanie Behnke hatte über Facebook zu dem Herbstritt eingeladen. „Reiten stärkt den Zusammenhalt und die Gemeinschaft auf dem Land“, sagt die 27-Jährige. Die Techentinerin bringt Kindern das Reiten bei und erlebt täglich, wie glücklich sie dabei im Stall sind. „Manche kommen nur hierher, um die Pferde zu putzen und zu füttern. Die Arbeit macht sie selbstbewusst.“ Mit der Pferdesteuer würden die Kosten für das Training steigen, so Behnke. Normalverdienende Familien könnten sich das Training für ihre Kinder dann nicht mehr leisten.

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