Invasion der Insekten : Helikopter-Mücken im Blutrausch?

 
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Stechende Insekten hinterlassen in Region schmerzende und juckende Male

svz.de von
29. Mai 2017, 21:00 Uhr

Hautreizungen, große Beulen und juckende, aufgekratzte Wunden. Immer häufiger erreichen die Hagenower Redaktion der SVZ Nachrichten von mehr als unangenehmen Insektenstichen. Genauer gesagt von relativ großen Plagegeistern sogar - oder ist die Geschichte von den Helikopter-Mücken doch etwas überzogen?

Klar ist, derzeit haben Mücken bereits Hochsaison. „Es ist jetzt die Zeit nach der ersten Brut. Da kommt uns das immer so vor, als wären die Mücken überall und auch riesig groß. Aber ich denke, dass das beinahe jedes Jahr so ist“, sagt Hans Hermann Scheel, Campingplatzwart am Schaalsee.

Die Biester könnten einem schon mal einen ganzen Grillabend verderben, so ausgehungert kämen einem die Mücken vor. Die Gäste auf dem Campingplatz hätten in der Regel allerdings Glück, weil viel Sonne auf die Fläche scheint und die Insekten eher schattige Plätzchen bevorzugen.

Mindestens genauso übel sei jetzt allerdings zusätzlich die „Invasion der Gnitzen“. Die so genannten Kriebel-Mücken sind viel kleiner als ihre Artgenossen und stechen zu gern in die Kopfhaut. „Anders als die größeren Exemplare erwischt man diese aber fast nie, weil man sie so schlecht sieht“, sagt Scheel.

Die Apotheken der Region jedenfalls haben derzeit verstärkt Nachfragen nach Insektenschutzmitteln und auch schmerzlindernden Salben oder Kühlgels. „Vorbeugende Sprays gehen bei uns jetzt mehrfach täglich über den Tresen. Die Mückenzeit ist dieses Jahr aus unserer Sicht doch etwas früher da. Meistens war die Hochzeit sonst erst im Spätsommer. Jetzt allerdings verkaufen wir auch schon viele Kühlmittel nach Insektenstichen, aber auch tatsächlich bereits Cortisonsalben, wenn es richtig Schmerzen gibt. Je nach Alter des Patienten natürlich“, sagt Evelin Sokoließ von der Lindenapotheke aus Lübtheen.

Wer also verschont bleiben möchte, nimmt entweder Mückenschutz oder meidet in den Abendstunden die Lieblingsplätze der Tierchen.

In der Region um Ludwigslust sieht es offenbar mit der Mückenplage anders aus. „In 25 Jahren hatten wir noch keine Probleme mit Mücken“, erklärt Volker Sielaff, der den Campingplatz „Am Wiesengrund“ in Malliß betreibt. Er vermutet, dass in der Umgebung genügend andere Insekten und Vögel leben, die die Plagegeister fressen. Auch am Bootshafen in Eldena kann man nicht von einer Plage sprechen. Bisher hatten sich noch keine Gäste über Mücken beschwert, und selbst ins Haus verirren sich die kleinen Tiere nicht.

In Deutschland sind insgesamt 28 Mückenfamilien heimisch, drei davon werden für den Menschen zu echten Plagegeistern: Stech- und Kriebelmücken sowie Gnitzen. Bei allen Arten stechen jedoch nur die weiblichen Mücken zu und saugen Blut.

In der Storchenapotheke in Ludwigslust ist die Mückenplage noch nicht angekommen. „Die Verkäufe von Insektenschutzsprays oder kühlenden Gels sind in den letzten Tagen noch nicht spürbar angestiegen. Wir vermuten aber, dass sich zum Pfingstwochenende hin viele Kunden mit Mücken- und Insektenschutz eindecken werden“, erklärt Stephanie Drahn. Bei der Vorsorge sind vor allem Insektenschutzschäume beliebt, da sich diese leicht auf der Haut verteilen lassen. Für Kinder gibt es außerdem ein spezielles Armband, welches mithilfe pflanzlicher Mittel die Mücken fernhalten soll.

„Außerdem führen wir einen Mückenstichheiler. Dieser ist batteriebetrieben und zerstört durch Wärme die Eiweißmoleküle. Diese sind unter anderem für den Juckreiz und die Entzündungen verantwortlich“, so die pharmazeutisch-technische Angestellte.

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