Nostorf : Handverlesen vom Acker

Robert Reinke auf dem Schlag der Frühkartoffeln. Die Ernte hat begonnen, der Ertrag ist gut.
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Robert Reinke auf dem Schlag der Frühkartoffeln. Die Ernte hat begonnen, der Ertrag ist gut.

In Nostorf sind die ersten Frühkartoffeln erntereif, die die Landwirte fast wie rohe Eier anfassen

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03. August 2016, 12:00 Uhr

Die Kartoffeln, die auf dem Acker in der Nähe von Nostorf wachsen, behandeln die Landwirte der AFM GmbH fast wie rohe Eier. Auf dem Schlag stehen Frühkartoffeln, aufgrund der empfindlichen Schale roden Mitarbeiter die Erdfrüchte nicht maschinell. So wie früher werden die Stauden zwei Mal in der Woche mit der Kartoffelhacke aus der Erde geholt, und das noch in den nächsten vier Wochen, danach kommt der Roder zum Einsatz. Bis in den November hinein sind die Erdfrüchte dann lagerfähig.

Das Nostorfer Landwirtschaftsunternehmen produziert für die Region Boizenburg das frühe und regionale Nahrungsmittel, das dann über den Hofverkauf vermarktet wird. Wie Robert Reinke, der 31-jährige Geschäftsführer im SVZ-Gespräch auf dem Acker sagte, hat die Produktion von Frühkartoffeln dort eine lange Tradition und wurde bereits durch den Alt-Geschäftsführer Wilfried Prüfer begründet.

„Hier steht beispielsweise die Sorte ,Leyla‘, eine ganz frühe Sorte. Außerdem haben wir die ,Annabelle‘ angebaut. Dann wächst bei uns auf dem Acker die Sorte ,Birgit‘, das ist eine rotschalige Kartoffel. Wir bauen auch noch die ,Belana‘ und die ,Allians‘ an. Das sind alles vorwiegend festkochende Sorten. Für die Freunde der vorwiegend mehligkochenden Sorten halten wir die ,Karlena‘ bereit“, erläutert Robert Reinke die Anbaufolge auf dem knapp einen Hektar großen Frühkartoffelschlag.

Es fällt auf, dass die Nostorfer überwiegend festkochende Sorten favorisieren und das aus gutem Grund. „Natürlich liebt der Mecklenburger eher weichkochende Kartoffeln. Ich sehe aber den Trend hin zur Festkochenden. Die jungen Leute essen bewusster, bevorzugen festkochende Sorten, essen leider weniger Kartoffel, weil sie der Meinung sind, dass Nudeln und Salat gesunder sind. Dabei ist die Kartoffel ein typisch deutsches Produkt“, so der Landwirt. Der Nostorfer Landwirtschaftsbetrieb bewirtschaftet auf rund sechs Hektar Speisekartoffeln. Überdies wachsen auf den Flächen Verarbeitungskartoffeln heran, die dann, wenn sie Anfang September reif sind, nach Hagenow und Dallmin zur industriellen Weiterverarbeitung geliefert werden. Außerdem bauen die Nostorfer dann auch noch ihre eigenen Vermehrungskartoffeln an.

Die Arbeitsspitze liegt derzeit aber nicht bei der Kartoffeln sondern bei der Getreideernte. Das wechselhafte Wetter bereitet den Landwirten sicherlich nicht nur im Nostorfer Bereich Kopfschmerzen.

Die AFM GmbH Nostorf bewirtschaftet insgesamt 1200 Hektar Land, davon sind nach den Worten des Geschäftsführers 900 Hektar Ackerland und rund 300 Hektar Grünland, beschäftigt sind in der Firma 14 festangestellte Mitarbeiter, zu Spitzenzeiten kommen Erntehelfer hinzu. Ein weitere Zweig ist die Milchproduktion.







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