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Hagenower Kreisblatt

22. Oktober 2017 | 08:39 Uhr

Umwelt : Hamburger mit viel Herz für Natur

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Monika und Manfred Bahn verpachten rund 600 Quadratmeter ihres Grundstückes

svz.de von
erstellt am 13.Feb.2015 | 17:07 Uhr

„Wir sind schon mit dem Ziel hergezogen, mit der Natur zu leben. Aus dem Fenster schauen zu können und das Grün und die Tiere genießen zu können“, erzählt Monika Bahn. Die 62-Jährige lebt seit Mai 2014 in Schaalmühle, in dem ehemaligen Speicher der Mühle. Den hat sie sich zusammen mit Mann Manfred um- und ausgebaut. Eine Freundin habe sie auf die Idee gebracht, sich doch einmal in diesem Landstrich wegen eines neuen Zuhauses umzuschauen. „Als wir dann erste Luftaufnahmen von dem Anwesen sahen, wussten wir, dass es genau das ist, wonach wir gesucht hatten.“, erinnert sich die Hamburgerin, die sich nun nicht mehr als Großstädterin sieht. „Und das ist auch gut so“, gesteht Monika Bahn und schwärmt von dem 2014er Sommer, der in ihrer neuen Heimat so unbeschreiblich schön gewesen sei.

„Es war für uns beide Liebe auf den ersten Blick“, verrät Gatte Manfred Bahn, der es nicht bereut habe, alle Zelte in der norddeutschen Weltmetropole abgebrochen zu haben. „Wir wollten als einstige Großstadtmenschen einfach die Tür aufmachen können, um ins Grüne zu gehen. Das war ein Wunsch, der über Jahre bei meiner Frau und mir gewachsen war. Hier passt alles, wie die Faust aufs Auge. Es ging gar nicht anders, wir mussten hier her, um dem Ruf des Herzens zu folgen“, sagt Bahn schmunzelnd und zeigt verschwörerisch mit dem Finger aus dem mit kernigen Fachwerkbalken eingerahmten Wohnzimmerfenster. „Dort draußen bekommen wir nun unser eigenes Flüsschen. Fast am Haus vorbei.“

Dafür hat das Ehepaar rund 600 Quadratmeter ihres Grundstückes an das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe verpachtet. Für ein Vierteljahrhundert. Erst einmal. Draußen vor den leise klirrenden Fenstern dröhnen Motoren. Zur Zeit sind dort Bagger im Einsatz und verlegen in einem kurzen Abschnitt das Flussbett der Schaale, um Platz für eine dringend notwendige Fischtreppe zu schaffen.

„Wir wussten, als wir Haus und Grundstück kauften, dass es seit 1999 Planungen für ein solches Projekt gab. Das fanden und finden wir schon irgendwie recht charmant“, erklärt Monika Bahn im SVZ-Gespräch. Ausgehend vom nördlichen Altwasser werde die neue Trasse 35 Meter entlang der nördlich gelegenen Wiese geführt. Sie quere den öffentlichen Weg, um anschließend mit leicht geschwungenem Lauf hinter ihrem Wohnhaus in das südliche Altwasser einzumünden. Weil der Bau einer Fischtreppe als wichtige Maßnahme zum Erhalt und zur Verbesserung dieses Lebensraumes diene, das sei ihnen der Verzicht auf einen Teil ihres Geländes wert gewesen. „Das ist für uns gelebter Naturschutz, in den wir uns gerne mit einbringen.“

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