Hagenow : Hagenows Krankenhaus setzt auf ambulante Praxen

Nika Marie Eggert aus Bobzin in der Praxis bei Dipl. Med. Frank Mandelkow, im Hintergrund Schwester Laura.
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Nika Marie Eggert aus Bobzin in der Praxis bei Dipl. Med. Frank Mandelkow, im Hintergrund Schwester Laura.

Facharztzentrum wird nach Ludwigsluster Vorbild immer mehr zum wichtigen Standbein auch in Hagenow

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20. Juni 2016, 20:30 Uhr

Eltern kleiner Kinder in Hagenow wissen es längst, orthopädische Patienten aus der Region auch. Hagenows Krankenhaus macht derzeit einen gewaltigen Umwandlungsprozeß durch, vom einst reinen Krankenhaus mit vorrangigem Betrieb auf den Stationen zu einem Klinikum mit zahlreichen Facharztpraxen und vor allem moderneren Behandlungsmöglichkeiten.

Chefarzt Dipl. Med. Frank Mandelkow hat diesen Wandel in den vergangenen Monaten ganz besonders mit seinen Kollegen erlebt. Denn der Leitende Ärztliche Direktor im Krankenhaus ist vor allem Kinderarzt. Und in dieser Eigenschaft hat er zusammen mit seiner Kollegin Dipl. Med. Andrea Kiaulen die neue Kinderarztpraxis im Erdgeschoss des Krankenhauses aufgebaut und betrieben, und das sehr erfolgreich. Das hat jetzt die Geschäftsführung des Hauses in Person durch Dr. Volker Schulz offiziell bestätigt. Denn die neue Praxis im Krankenhaus soll vor allem die Lücke schließen, die durch den Wegfall der bisherigen Kinderarztpraxen von Dipl. Med. Sylvia Antonioli und Dr. Marion Ragwitz in Hagenow entstanden sind. Das sei im wesentlichen gelungen, durch das Engagement der Ärzte, auch auf den dazugehörigen Stationen, sei der Betrieb der Praxis überhaupt möglich gewesen. Und der Zuspruch ist da, an vielen Tagen würden mehr als 60 Patienten die Praxis aufsuchen. Ein paar Besonderheiten gibt es jedoch. So öffnet die Praxis nicht direkt am Morgen, weil die Ärzte ja zuvor auf der Station tätig sein müssen. Bisher ist diese ambulante Praxis zusätzlich zum Krankenhausbetrieb eingerichtet worden. Frank Mandelkow sieht in dem Projekt dennoch ein wichtiges Zukunftsmodell: „Wir bieten damit alles aus einer Hand. Wir haben die Geburtenstation mit wahrscheinlich wieder 650 Geburten im Jahr, wir haben den stationären Betrieb, das Mutter-Kind-Zentrum und nun auch die Ambulanz, wo wir die kleinen Patienten regelmäßig sehen. Das wirkt sich aus und sichert nicht zuletzt auch die Zukunft unseres Hauses.“

Das ist der Geschäftsführung längst auch klar, daher wird der Bereich der Facharztpraxen auch weiter zügig ausgebaut. Als reines Bettenhaus, da ist sich auch Geschäftsführer Helge Mantzel sicher, hätte Hagenow auch angesichts des bereits voll anlaufenden demographischen Wandels mit seinen 180 Betten allein nur wenig Chancen. „Es geht um die möglichst beste und wohnortnahe Versorgung der Patienten, und das bauen wir aus.“

Die Keimzelle der zum Klinikum gehörenden Facharztpraxen liegt allerdings in Ludwigslust, wo es unter diesem Dach beispielsweise Praxen für die Bereiche Onkologie, Gynäkologie oder Neurologie gibt. Letzterer Zweig wird künftig auch in Hagenow vertreten sein durch Tjark Hansberg, der langfristig mit seiner Tätigkeit in die Fußstapfen der Hagenower Neurologin Dr. med. Elke Kollmorgen treten wird.

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