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Bilanz der Hagenower Wehr : Hagenows Dauer-Helfer vom Dienst

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Brände zu löschen ist nur noch ein Teil der Aufgaben der Feuerwehr / Stadt verspricht Anschaffung eines neuen Einsatzleitwagens

von
erstellt am 29.Jan.2017 | 17:18 Uhr

Brände löschen, das ist schon lange nicht mehr der Hauptjob der Hagenower Feuerwehr. Die Frauen und Männer um Wehrführer Jan Meyer sind vielmehr die Dauerhelfer vom Dienst, vor allem auf den Straßen der Region. Und sie sind oft genug leider auch umsonst unterwegs. Die Zahl der fehlerhaften Alarmierungen durch Brandmeldeanlagen und Rauchmeldern hat auch im vergangenen Jahr ein beängstigendes Ausmaß erreicht. Wehrchef Meyer drückte es auf der Jahreshauptversammlung am vergangenen Freitag Abend so aus: „Von den 76 Einsätzen, zu denen uns Brandmeldeanlagen, Heimrauchmelder und Mitmenschen riefen, trafen wir 18 Mal auf Feuer. Davon waren 12 Kleinbrände, fünf Mittelbrände und ein Großbrand. “ Zur Bilanz von insgesamt 119 Einsätzen in 2016 gehören aber auch 31 Fehlfahrten, acht Einsatzabbrüche und auch eine böswillige Alarmierung.

Den reinen Zahlen nach steht Hagenows Wehr gut da. Es gibt 147 Mitglieder, dazu gehören 61 aktive Einsatzkräfte, immerhin drei mehr als im Vorjahr. Die Jugendwehr zählt 25 Köpfe, und die neu etablierte Kinderwehr elf. Obwohl auch auf der jüngsten Versammlungen zwei Kameraden aus der Jugendwehr in die aktiven Reihen übernommen werden konnten, ist nicht alles eitel Sonnenschein. Das merkte z. B. Mario Brandt, der Chef der Jugendwehr, in seiner Rede an. Oft genug werde seine Arbeit hinter dem Rücken kritisiert und lächerlich gemacht. Aber diejenigen, die das tun, sollten es erst einmal besser machen. „Feuerwehr ohne Jugendwehr ist möglich, aber sinnlos“, rief Brandt seinen Kameraden zu. Kritische Anmerkungen zur Dienstauffassung und Kameradschaft hatte auch Kassenwart Klaus Palletschek anzumerken. Es gehe nicht an, dass die Gruppierungen in der Wehr ein Eigenleben pflegten. Schlimm fände er es, dass einige Kameraden die Feuerwehruniform selbst bei offiziellen Anlässen nur sehr ungern trügen. „Dann können wir sie auch abschaffen.“ Und Palletschek kritisierte auch, das zu viele „Jungalte“ sich in die Ehrenabteilung verdrücken würden, weil sie keine Lust mehr auf Einsätze hätten. Dann sollte man doch lieber austreten. Doch diese Kritikpunkte konnten den guten Gesamteindruck, den die Hagenower Wehr im vergangenen Jahr hinterlassen hat, nicht trüben. Die Schwerpunktwehr ist vor allem an Werktagen immer einsatzbereit, wird von Partnerwehren gern gerufen, hat einen guten Ausbildungsstand und eine gute Ausrüstung. Und die Wehr hat eine Stadt, die voll hinter ihren Helfern steht. Und so waren nicht nur zahlreiche Mitarbeiter der Verwaltung bei der Versammlung dabei, auch fast die halbe Stadtvertretung glänzte durch Anwesenheit. Kämmerer Roland Hochgesandt, der den Bürgermeister vertrat, hatte dann auch neben lobenden Worten Konkretes im Gepäck. Er verkündete, dass die Wehr in diesem Jahr ihren lange gewünschten Einsatzleitwagen bekommen könne, die Finanzierung sei gesichert. Am Ende gab es von allen Gästen lobende Worte für die Mitglieder der Wehr, die ihren Dienst für alle ja freiwillig leisten.

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