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Gespräch mit Amtsvorsteher Dieter Quast : Hagenow Land will auf Papier verzichten

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Von Einspareffekten bis hin zur Strukturentwicklung in den Gemeinden:

svz.de von
erstellt am 16.Feb.2016 | 15:30 Uhr

Der Haushalt für das Amt Hagenow Land ist nach den Worten des Amtsvorstehers Dieter Quast beschlossen. Jetzt sind die Gemeinden des Amtes dabei, ihre eigenen kommunalen Haushalte zu beraten und zu beschließen. Wie die Fachdienstleiterin Finanzen des Amtes, Katrin Dittmann, im SVZ-Gespräch sagte, seien die Haushalte in den jeweiligen Gemeinde erarbeitet und stehen zum Beschluss, was bis Anfang März passieren soll. Nach ihren Worten ist rund die Hälfte der Haushalte ausgeglichen. Dort wo das nicht der Fall ist, wird eine Vielzahl von Gemeindevertretungen nicht um Steuererhöhungen herum kommen oder Sparmaßnahmen ansetzen müssen. Beispielsweise wird sich die Gemeinde Picher am morgigen Mittwoch mit dem aktuellen Etat 2016 befassen.

Dieter Hirschmann vom Hagenower Kreisblatt sprach mit dem Amtsvorsteher Dieter Quast über die aktuellen Vorhaben für das Jahr 2016.


Was liegt aktuell in diesem Jahr in den Gemeinden des Amtes Hagenow Land an?
Dieter Quast: Wir haben eine ganze Menge große Aufgaben, die wir realisieren wollen. Fangen wir mit einem Vorhaben an, das Privat- wie Geschäftsleute gleichermaßen interessiert, das Problem mit der Breitbandversorgung. Wir haben uns gemeinsam mit der Stadt Hagenow und weiteren umliegenden Verwaltungen auf die Fahne geschrieben, ein so genanntes Projektgebiet zu bilden, um Voraussetzungen für Förderungen zu schaffen. Wir wollen die Schaffung der Breitbandversorgung aktiv unterstützen und sind uns auch mit den Verwaltungen aus dem Westen des Landkreises einig.
Wie sieht hier die Zeitschiene aus?
Es handelt sich hierbei eher um eine mittelfristige Aufgabe. Die ersten Anträge auf Förderung unter anderem für die Basisdaten und Beratungsleistungen und vieles weitere sind vom Landkreis gestellt. Wir können im Moment nicht sagen, wann der Bereich des Amtes Hagenow Land hier eingeordnet wird. Die Vorbereitungsphase läuft. Wir arbeiten mit dem Breitband-Kompetenzzentrum eng zusammen.
Bereits im vergangenen Jahr hatten das Amt die papierreduzierte Verwaltung vorbereitet. Wie ist hier der Stand der Dinge?
Die ersten Maßnahmen für die Umsetzung sind am Laufen. Im Haushalt 2016 sind Mittel dafür eingestellt. Auch an den Frage von Soft- und Hardware sind wir dran. Sodas wir zum Ende des Jahres, wenn wir optimistisch sind, die papierreduzierten Arbeit einläuten können. Wir sehen dieses Vorhaben ganz klar als kostensenkende Maßnahme.
Das heißt dann, dass auch jeder Bürgermeister ein Tablet oder einen Laptop bekommt, mit dem er dann Zugriff auf die Daten hat?
Ja, das wird so sein, dass sie über das Ratsinformationssystem die Daten aufrufen können. Vielleicht wird es auch erforderlich werden, den einen oder anderen Bürgermeister von der Notwendigkeit dieser Umstellung zu überzeugen, aber ich bin hier optimistisch.
Wie sieht es mit dem gemeindeübergreifenden Laeder-Projekt aus?
Das ist ebenso am Laufen. Die Förderanträge sind gestellt, nach ersten Informationen ist das Vorhaben förderfähig. Wir warten jetzt auf den Fördermittelgeber, der uns dann die Mittel für die Umsetzung zur Verfügung stellt. Die teilnehmenden Gemeinden Bresegard, Moraas, Pritzier und Kirch Jesar aus unserem Bereich sowie die Stadt Hagenow haben sich intensiv vorbereitet. Im Kern geht es darum, entlang des gemeinsamen Radweges Projekte zu schaffen, um letztendlich einen Rundkurs zu entwickeln, auf dem der Tourist von Station zu Station geleitet wird und dabei die Gemeinden besser kennenlernen kann. Angelehnt an dieses Vorhaben sind wir jetzt dabei, Projektideen für das kommende Jahr zu entwickeln.
Welche Gedanken gibt es im Hinblick auf eine stärkereZusammenarbeit von Gemeinden? Das Wort Fusion wollen Sie ja nicht in den Mund nehmen.
Ich nenne es Zusammenarbeit auf verschiedenen Gebieten oder auch Annäherung durch Zusammenarbeit. Fakt ist, dass wir die Gemeinden rechtzeitig ins Boot holen. Wenn wir im Jahr 2018 damit anfangen neue Strukturen kommunalpolitisch zu untersetzen, ist es zu spät. Der Amtsausschuss hat uns die Legitimation erteilt, mit allen umliegenden Verwaltungen Gespräche zu führen. Es muss eine beiderseitige Verhandlungsbereitschaft vorhanden sein. Wir sprachen auf dem jüngsten Amtsausschuss darüber, dass die Gemeinde sich einmal eine Selbsteinschätzung geben, wo sie stehen.

Sie sollen sich das Leitbild in die Hand nehmen. Dort sind Kriterien genannt, und sie sollen sich realistisch sagen, ob sie 2019 noch in der Lage sind, unsere Gremien zu besetzen. Oder: Können wir 2019 noch Geld ausgeben? Und so gibt es eine Reihe von Fragen. Zum Beispiel: Was wird mit der Feuerwehr? Ist sie 2019 noch in der Lage, dem Schutzbedürfnis der Bürger Rechnung zu tragen? Das betrifft ebenso die Kindertagesstätten. Wir wollen nichts vorschreiben. Wir geben als Amtsverwaltung Empfehlungen, und wir geben den Bürgermeistern und Gemeinden jegliche Unterstützung. Aber die Einschätzung müssen sie selber machen.
Welche Planungen gibt es in den Gemeinden zu Entwicklung der Infrastruktur?
Viele Gemeinden haben Förder- und Bauanträge gestellt. In Gammelin soll die Schmiedestraße ausgebaut werden, Kostenvolumen rund 300  000 Euro mit Fördermitteln. In Kuhstorf soll das Wohngebiet Stutenbaum weiter erschlossen werden mit rund 150  000 Euro. Im Moraas ist der Ausbau der Straße „Am Anger“ vorgesehen mit Weiterführung zur Kläranlage. Auch hier mit einem Kostenumfang von rund 150  000 Euro. Die Ausschreibung dafür ist abgeschlossen, die Auftragsvergabe wird demnächst beschlossen. Eine neue Bushaltestelle wird entstehen und die Zugänglichkeit zur Löschwasserentnahmestelle wird gesichert.

In Picher sind der Ausbau des Birken-, des Grünen- und des Hasenweges beantragt. Beantragt sind der Ausbau weiterer Straßen in Pritzier, Redefin. In Hort entsteht in der ehemaligen Gaststätte ein Gemeindehaus, in Pritzier muss die Kita saniert werden. Zudem wird dort die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED weitergeführt. Wir hoffen, dass das eine oder andere Vorhaben in diesem Jahr umgesetzt werden kann.




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