Stadt Hagenow kritisiert Desinteresse der Bahn : Hagenow-Land: Eingezäunte Bahnhofs-Tristesse

Die Stadt Hagenow würde gern etwas ändern, die Bahn will nur noch verkaufen.
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Die Stadt Hagenow würde gern etwas ändern, die Bahn will nur noch verkaufen.

Fenster verrammelt, Putz abgeblättert und Gebäude mit Maschendraht umzäunt: Die Stadt Hagenow kritisiert das Desinteresse der Bahn am jämmerlichen Zustand ihres Bahnhofes Hagenow-Land. Der Konzern will verkaufen.

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03. Mai 2013, 10:57 Uhr

Hagenow | Für Tausende Zugreisende, die täglich vorbeirauschen, ist das Elend des Bahnhofsgebäudes Hagenow-Land kaum sichtbar. Wer mit Tempo 230 in einigen Metern Entfernung an dem eigentlich wunderschönen Bahnhofsgebäude vorbeifährt, wird eine heile Bahnhofswelt vermuten. Doch dem ist nicht so, schon lange nicht mehr.

Teilweise doppelt umgibt ein Maschendrahtzaun das Gebäude, die Fenster sind mehr oder weniger verrammelt. Wer näher herantritt sieht den Verfall, den abgeblätterten Putz. Das Beste am Gebäude sind noch die Schilder mit der weithin sichtbaren Schrift "Hagenow-Land". Ansonsten ist das offenbar nutzlos gewordene Gebäude sich selbst überlassen. Und das mitten auf einem Bahnhof, auf dem sich zwei elektrifizierte Haupttrassen der Bahn im Norden treffen, der täglich von zahlreichen Pendlern in Richtung Hamburg oder Schwerin benutzt wird.

In der Hagenower Stadtvertretung ist der Bahnhof schon seit Monaten ein Thema, ein unbeliebtes. Und wieder war es der Stadtvertreter Detlef Schlüter von der CDU, der die Bürgermeisterin fragte was denn nun beim Bahnhof passiere. Außer, dass der Zaun gebaut wurde, sei ja nicht viel passiert. Ob Frau Schwarz denn eine Vorstellung hätte, wie es weitergehen soll, fragte er spitz.

Diese Vorstellung hätte sie schon. Die Bahn AG sollte endlich ihren Pflichten als Eigentümer des Gebäudes nachkommen. Selbst die jetzt gebaute Sicherung durch den Zaum sei ja nicht besonders stabil. Aber ihr gehe es darum, dass der jammervolle Zustand des Gebäudes endlich beendet werde. Doch leider scheint es bei der Bahn überhaupt kein Interesse an dem Thema zu geben. Schwarz: "Es ist schon unglaublich, mit welcher Ignoranz seitens der Bahn an das Thema herangegangen wird. Wir kommen da einfach nicht weiter?

Ob die Stadt denn aufgeben wolle, fragte Schlüter weiter. Nein, wolle sie nicht, war die Antwort. Aber der Stadt Hagenow seien nun einmal die Hände gebunden. Fakt sei jedoch, dass die Stadt niemals dieses Gebäude übernehmen werde und es auch nicht könne. Im übrigen sei auch nicht erkennbar, dass irgendein privater Investor Interesse haben könne, weil das Bahnhofsgebäude ringsum von Bahngelände umgeben sei.

Die Bahn scheint jedoch fest an eine Vermarktung zu glauben und hat den Bahnhof als Gewerbeimmobilie unter der Referenznummer: 229777/Ku in ihren Angeboten stehen. "Das Bahnhofsgebäude wurde 1845/1846 im Stil eines spätklassizistischen Gebäudes errichtet, es ist als Baudenkmal in der Denkmalliste des Landkreises enthalten. Das Gebäude ist dreigeschossig mit zweigeschossigen und eingeschossigen Anbauten. Das Erdgeschoss hat eine Nutzfläche von ca. 658 m². Das 1. und 2. OG hat insgesamt eine Nutzfläche von ca. 713 m². Das Objekt befindet sich in einem sanierungsbedürftigen Zustand", heißt es da.

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