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Trolli-Bekenntnis : Hagenow bleibt Produktions-Schwerpunkt

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

In der Gummibonbon-Branche wird der Markt derzeit neu verteilt. Inhaber Mederer kündigt bereits neue Investitionen an

von
erstellt am 19.Mai.2015 | 11:45 Uhr

Herbert Mederer, Inhaber und Firmenpatriarch bei Trolli, hatte sich für den hohen Besuch von Ministerpräsident Erwin Sellering im Hagenower Produktionsbetrieb persönlich viel Zeit genommen. Und das nicht nur wegen der Förderungen, die das Unternehmen bei seinen zahlreichen Ausbaustufen in der Vergangenheit immer wieder erhalten hat. Trolli, weltweit nach eigenen Angaben die Nummer zwei der Gummi-Bonbon-Branche nach Haribo, hat sich schon vor Jahren für Hagenow als Hauptstandort für seine Produktion in Deutschland entschieden und wollte das bei dem Besuch der SPD-Delegation auch bekräftigen. Und die Genossen bekamen beim sehr ausführliche Werk-Rundgang sehr viel zu sehen, zu riechen und auch zu schmecken. Ministerpräsident Sellering lobte gleich zu Beginn: Er freue sich, einen so hoch technologisierten Betrieb im Lande zu haben.

Wie das in Wirklichkeit aussieht, konnten sich die Besucher in einer der neuen Riesenhallen beim Burger-Bauen ansehen. Dort setzten computergesteuerte Maschinen in kompletter Abschirmung und in rasender Geschwindigkeit einen der Verkaufsschlager des Unternehmens zusammen, die Gummi-Burger. Dessen Riesenvariante wird im übrigen in Boizenburg hergestellt. Auch für dieses Werk mit immerhin 160 Angestellten hat sich Inhaber Herbert Mederer klar bekannt. In Hagenow hingegen gehören aktuell 342 Frauen und Männer zur Kernbelegschaft. Geht es nach dem Inhaber, seinem Geschäftsführer Olaf Süßbier und seinem Betriebsleiter für Hagenow und Boizenburg, Björn Ahrendt, ist die Expansion in Hagenow noch lange nicht zu Ende. Konkrete Pläne mit Zeitvorgaben gibt es zwar noch nicht, dafür aber jede Menge Anhaltspunkte. Das Riesen-Palettenlager mit seine 1000 Plätzen ist fast ständig ausgelastet. Trotz schwieriger Marktlage gibt es Produkte, bei denen Trolli mit der Produktion der Nachfrage hinterherhinkt. Beispiel sind die so genannten „Glotzers“. Dahinter verbergen sich Augenäpfel aus Gummi, die extrem komplex in der Herstellung sind aber auch extrem nachgefragt werden. Drittes Indiz für weiteres Wachstum: Trolli hat schon jetzt ausreichend Gelände zur Verfügung, um das komplette Werk noch einmal bauen zu können.

Allerdings wird der Markt für Gummibonbons im Moment neu aufgeteilt. Das liegt auch an dem zusätzlichen Angebot, das z. B. der Ausbau von Sweet Tec in Boizenburg schafft. Aus den Partnerbetrieben werden so zunehmend Konkurrenten. Sellering bot das Land im Konfliktfall als Vermittler an. Firmeninhaber Mederer verriet in dem Zusammenhang, dass man sich in Sachen Umsatz zunehmend international aufstelle und damit auch Erfolg habe. Allerdings würde es auch für sein Unternehmen immer schwerer, geeignete Arbeitskräfte zu finden. Zum Schluß gab es noch ein Lob: Mederer, der seine Produktion nahe Nürnberg zugunsten Hagenows geschlossen hat, lobte die reibungslose Unterstützung in Mecklenburg-Vorpommern. Da gehe es in Bayern doch wesentlich holpriger zu.

 

 

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