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Hagenower Kreisblatt

19. November 2017 | 00:30 Uhr

Hochwasserschutz : Gute Nachrichten aus Brüssel

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Auch natursensible Bereiche im Elbvorland dürfen zurück geschnitten werden, um den schnellen Abfluss bei Hochwasser zu gewährleisten

svz.de von
erstellt am 05.Mai.2014 | 13:25 Uhr

 

Sie hat es hingekriegt, die Staatssekretärin im Umweltministerium in Hannover, Almut Kottwitz. Aus Brüssel kommt von der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission im Sinne des Hochwasserschutzes grünes Licht für die Beseitigung der Verbuschung auch in so genannten prioritären Lebensräumen. An der Unteren Mittelelbe sind das die Weichholzauen, die bisher absolut unantastbar waren. Die Erlaubnis zum Rückschnitt gilt für solche Bereiche an der Elbe, wo der Aufwuchs den Abfluss des Elbewassers besonders behindert. Mit den Rückschnittmaßnahmen soll das Abflussverhalten deutlich verbessert und damit die Gefahr bei Hochwasser gemindert werden. Im November hatte Kottwitz anlässlich der Jahrestagung der Biosphärenreservatsverwaltung in Hitzacker angekündigt, mit Vorschlägen über Maßnahmen, die den Abfluss verbessern, nach Brüssel zu fahren. Eine Projektgruppe aus Vertretern aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern hatte mit Hilfe eines zweidimensionalen Abflussmodels einen Maßnahmenkatalog erarbeitet. Zu den Maßnahmen gehört auch die Beseitigung von Aufwuchs an zwar sensiblen, aber für den Abfluss aus hydraulischer Sicht unverzichtbaren Bereichen.

Ausgleichsmaßnahmen wie das Pflanzen von Bäumen müssen durchgeführt werden, aber nicht im Elbvorland, sondern an den Nebenflüssen Sude, Krainke und Seege. Und sie können ausnahmsweise später erfolgen als der Rückschnitt. Mit dem soll schon im Herbst angefangen werden.

„Ich hatte nicht damit gerechnet, dass uns die EU-Kommission soweit entgegen kommt“, so Almut Kottwitz im kurzen Telefongespräch mit SVZ. Sie ist zufrieden, auch wenn der Rückschnitt auch aus ihrer Sicht nicht die ideale Lösung darstellt. In Hitzacker hatte sie noch davon gesprochen, dass man an bestimmten Stellen wohl über eine Rodung sprechen müsste. Davon ist jetzt nicht mehr die Rede. „Man müsste 20 Zentimeter tief den Boden mit ausheben und der ist mit Dioxin belastet, das geht also nicht“. so Kottwitz.

Der gemeinsame Rahmenplan von Niedersachsen und Mecklenburg soll zudem den wiederkehrenden Gehölzrückschnitt und die regelmäßige Sedimententnahme enthalten. „Wir haben auch über eine Pflegeherde gesprochen, die die jungen Triebe verbeißt. Wer eine Herde bezahlt oder wer sie führt, das muss alles noch besprochen werden.“ Deichverbandsvorsteher Hans Ebeling war in Brüssel mit dabei. „Es ist ein Anfang. Die Herren von der EU haben den Vortrag der Staatssekretärin sehr ernst genommen, sodass schon im Herbst mit Rückschnittmaßnahmen angefangen werden kann. Ein Termin wurde nicht festgelegt. Ich hoffe, dass man sich entschließt, noch vor dem 1. Oktober zu beginnen.“ Hans-Wilhelm Stabe von VSKE (Verein zum Schutz der Kulturlandschaft und des Eigentums) kann nicht verstehen, dass für den Rückschnitt an Weiden Kompensationsmaßnahmen erforderlich sind. „Mit einem Rückschnitt sterben die Weiden ja nicht ab, sondern sie werden eher kräftiger und bilden ein noch größeres Hindernis für den schnellen Abfluss bei Hochwasser“, so Stabe.

 

 

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