Metropolregion Hamburg : Gute Nachricht für Pendler

Der RE 1 aus Hamburg am Bahnhof Boizenburg werktags um 16.12 Uhr.
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Der RE 1 aus Hamburg am Bahnhof Boizenburg werktags um 16.12 Uhr.

CDU und SPD bringen am 27. September einen gemeinsamen Antrag zur Anbindung Westmecklenburgs an den HVV-Tarif in den Landtag ein

svz.de von
22. September 2017, 05:00 Uhr

Mittlerweile seit sieben Monaten ringen die Koalititonspartner CDU und SPD um die Formulierung eines Antrags, der in den Schweriner Landtag eingebracht werden soll. Darin geht es um die Anbindung der Region an den Hamburger Verkehrsverbund (HVV). In Boizenburg macht sich für das Thema besonders die Boizenburger Ortsgruppe der CDU um Patrick Sevecke stark, der als aussichtsreicher Nachfolger für den bisherigen Ortsgruppenvorsitzenden Marko Schultz gehandelt wird. Die Gruppe vermittelte Gespräche Wolfgang Waldmüllers - für die CDU Fraktionsvorsitzender im Kreistag und stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Landtag - mit Pendlern in Boizenburg, auf deren Grundlage der ursprüngliche Antrag ausgearbeitet wurde.

Doch auch für Till Backhaus von der SPD ist das Brennpunkt-Thema in seinem Wahlkreis eine Herzensangelegenheit, allerdings mit einer etwas anderen Perspektive.

Der ursprüngliche Antrag der CDU beinhaltete die Einrichtung eines Pilotprojektes zur Ausdehnung des HVV-Tarifgebietes für Zeitkarteninhaber auf die Bahnstrecken Büchen - Schwanheide - Boizenburg - Hagenow Land - Schwerin Süd (RE 1) und Hagenow Land - Hagenow Stad - Ludwigslust (RB 14) zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017. Die geschätzten Kosten dafür sollen etwa 250  000 Euro pro Jahr betragen.

Im Juni einigten sich SPD und CDU auf einen „Prüf-Antrag“, der das Pilotprojekt zur Ausdehnung des HVV-Tarifs in Form eines Übergangstarifes für Inhaber von Zeitkarten für die genannten Strecken zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 prüfen soll, genauso, ob vergleichbare Pilotprojekte z. B. für die Bahnstrecke Bad Kleinen - Grevesmühlen Lübeck (RE4), Gebietskörperschaften der Metropolregion Stettin sowie Anbindungen an die Metropole Berlin erwogen werden können.

Doch bei einem Gespräch von Patrick Sevecke mit Verkehrsminister Pegel (SPD) Mitte August am Rande des Baubeginns für den Radweg an der Berliner Straße in Boizenburg wurde deutlich, dass der Minister kein großer Freund dieses Antrags ist (SVZ berichtete am 11.08.).

„Was wir hier ausgeben, müssen wir anderen wegnehmen“, hatte Pegel da gesagt. Im übrigen glaube er nicht an die Zahl von 250  000 Euro, außerdem sei das Problem, dass ab 2022 MV weniger Geld aus Regionalisierungsmitteln für den Naherkehr zur Verfügung stünden. „Unser wichtigstes Ziel ist es, den bestehenden Verkehr zu erhalten und auszubauen“, hatte Pegel weiter geäußert. Für eine Verbesserung des Pendlerverkehrs sei die Verbindungsintensität entscheidend und nicht die Anbindung an den HVV-Tarif, hatte er im August außerdem erklärt.

Nun hat sich die große Koalition in der vergangenen Woche doch noch auf einen gemeinsam Antrag in der Version vom Juni geeinigt, der am 27. September in die Beratungen des Landtags eingebracht wird.

„Von ganz unten nach fast ganz oben“, freute sich Patrick Sevecke, der gerade erst sein Studium an der Hochschule Wismar beendet hat, über diesen ersten Erfolg auf dem Weg zur Anbindung Boizenburgs an den HVV-Tarif. Dieser bedeutet beispielsweise für studentische und geringverdienende Pendler eine Entlastung von rund 850 Euro im Jahr. „Regional vorbereitet und auf Landesebene durchgesetzt“, beschrieb der junge CDU-Mann das Vorgehen.

Davon profitiert nun auch der Direktkandidat für die CDU bei der Bundestagswahl, Dietrich Monstadt. Er informierte die Pendler der Region am Montag am Boizenburger Bahnhof über den Antrag und gestern ab sechs Uhr am Bahnhof Hagenow.

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