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Boizenburg : Gute Auftragslage: Graftec will wachsen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Firma für Werkzeugmaschinen plant dank vieler Aufträge Anschaffung neuer Maschine plus Anbau und möchte dafür fast eine Millionen Euro investieren

svz.de von
erstellt am 01.Jul.2017 | 05:00 Uhr

„So ein gutes Jahr hatten wir noch nie“, konnte Michael Harder, zusammen mit Jörn Graf Geschäftsführer der Boizenburger Firma Graftec gestern Till Backhaus mitteilen. Der Agrar- und Umweltminister war unterwegs in seinem Wahlkreis, um sich um dies und jenes zu kümmern. Die Geschäftsführer der Boizenburger Firma, die auf Presswerkzeuge inklusive Stempel vornehmlich für die Fliesenproduktion spezialisiert sind, wollten dem Minister davon erzählen, dass und warum sie weiter in den Standort investieren möchten. „Der Wohnungsbau boomt. Würde es noch mehr Fliesenleger geben, würden auch noch größere Mengen Fliesen verkauft. Außerdem hat sich der Markt in Russland erholt“, informierte Michael Harder. „Wir konnten unseren Exportanteil von 30 auf 42,5 Prozent steigern.“ Auch Polen sei inzwischen ein sehr wichtiger Markt für die Firma. „Dort sind in den letzten Jahren die Löhne gestiegen und damit auch das Lebensniveau.“ Großbritannien und die Niederlande sind ebenfalls wichtige Absatzmärkte. Aus allen diesen Gründen sei die Schleifmaschine für die von der Firma nicht nur produzierten, sondern vor allem auch wieder aufgearbeiteten Werkzeuge inzwischen zu klein. „Unsere Kapazitätsgrenze ist erreicht. Haben Kunden vorher nach Auftragseingang vier bis sechs Wochen gewartet bis zur Erledigung, sind es jetzt acht bis zwölf“, erläuterte Jörn Graf. Für die neue, größere Maschine sei ein Anbau notwendig. Für beides will Graftec 950.000 Euro in die Hand nehmen. Seit der Gründung 2005 wurden bereits 3,5 Millionen Euro investiert.

Gestern war der letzte Arbeitstag von Gerd Uhlmann (l.). nach 48 Jahrenn Arbeit geht er in Rente. Sohn René übernimmt seinen Arbeitsplatz.
Gestern war der letzte Arbeitstag von Gerd Uhlmann (l.). nach 48 Jahrenn Arbeit geht er in Rente. Sohn René übernimmt seinen Arbeitsplatz. Foto: kfri
 

Graftec hat einen Jahresumsatz von 2,5 Millionen Euro und beschäftigt 22 Mitarbeiter. „Wir haben nur eine ganz geringe Fluktuation“, berichtete Michael Harder stolz. „Wir betrachten unsere Firma als Familie. Das bedeutet, dass wir auch mal zusammen Gokart in Wittenburg fahren, auf den Weihnachtsmarkt in Basthorst gehen und gemeinsame Bowlingabende veranstalten.“ Jörn Graf ergänzte: „Bisher hat in all den Jahren bei uns nur ein Mitarbeiter gekündigt. Wir beteiligen unsere Mitarbeiter auch an unserem guten Unternehmensergebnis.“ Sicher ist es daher kein Zufall, dass die kürzliche Suche nach einem neuen Mitarbeiter relativ schnell von Erfolg gekrönt war. Auch wenn sich Graftec des problematischen Fachkräftemangels sehr bewusst ist. „Wir bilden selbst aus. Unser jetziger Lehrling ist im dritten Lehrjahr und wird übernommen.“ Ab September würde der nächste beginnen. „Ich finde toll, was ihr hier macht“, gab Till Backhaus den beiden Unternehmern, die er seit der Gründung begleitet, mit auf den Weg.

Am Rande des Besuchs berichtete der Minister von einem Treffen mit Karl-Heinz Kruse von SG Aufbau, Bürgermeister Jäschke, Sponsor Oliver Schindler, Firmenchef von SweetTec, und Alexander Stenzel, dem jetzigen Geschäftsführer der Fliesenwerke, zur Sportanlage des Vereins. Diese befindet sich auf dem Grundstück der Fliesenwerke und muss dringend modernisiert werden, vor allem die Mannschafts- und Sanitärräume. Da aber bisher nicht klar war, ob die Fliesenwerke die Fläche in Zukunft brauchen, konnte dort nicht investiert werden. Alexander Stenzel, der für den Sportverein die Strom- und Wasserkosten in Höhe von 30  000 Euro pro Jahr übernommen hat, steht dem Verein sehr positiv gegenüber, bat jedoch um ein Treffen Anfang Januar 2018, um aussagefähig über die Zukunft zu sein.

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