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Hagenower Kreisblatt

18. November 2017 | 15:12 Uhr

Gut vorbereitet abwarten, was kommt

vom

svz.de von
erstellt am 06.Jun.2013 | 06:40 Uhr

Groß Banratz | Groß Banratz, das ist eigentlich nur die Hofstelle von Ingrid und Ingo Rosenberg. Seit 1992 wirtschaften sie hier direkt an der Elbe auf 140 Hektar Grünland.

Seit das Amt Neuhaus vor drei Jahren zur ersten, anerkannten Arche-Region gehört, sind sie anerkannt als Arche-Hof. "Dazu muss man drei Herdbuch rassen von Nutztieren, die vom Aussterben bedroht sind, halten", erläutert In go Rosenberg. Bei ihm sind das weiße Parkrinder, - eine uralte Rinderrasse, deren Fleisch besonders gut schmeckt und das direkt vermarktet wird - vom Rotbunten Husumer Schwein eine Muttersau mit ihren sechs Ferkeln und eigentlich noch gelbe Sachsenhühner und ein Leinegänsepaar. Das Federvieh hat vor kurzem der Marder geholt, aber Sachsenhühner sollen bald wieder auf dem Hofplatz scharren.

Elbehochwasser ist Thema Nummer eins

Eigentlich sollte es beim Gespräch mit SVZ um die alten Haustierrassen und deren Erhalt gehen, aber natürlich ist zurzeit das drohende Elbehochwasser Thema Nummer eins. Und wie man sich darauf vorbereitet. Ingo Rosenberg hat Vorbereitungen getroffen, auch wenn er noch ganz gelassen wirkt. "Wir haben auch Pensionspferde, die sind, bis auf vier aber alle bereits von ihren Besitzern abgeholt worden. Für unsere eigenen Pferde habe ich organisiert, dass sie im Fall der Fälle durch einen Transporter abgeholt werden." Die Ferkel sollen einen erhöhten Platz zwischen zwei Stallgebäuden bekommen und die Parkrinder auch auf dem Hof bleiben. "Wir liegen hier leicht erhöht."

Denn die Erinnerungen an das Hochwasser 2002 und die Evakuierung aller Tiere rufen schlechte Gefühle wach. Damals hatten die Rosenbergs noch über 200 Rinder der Rasse Gelbvieh im Stall und auf der Weide. Die wurden alle mit Doppeldeckertransportern in den Wald bei Stapel gebracht. Kühe wurden von ihren Kälbern getrennt, Tiere brachen durch den Zaun. Allein vier Tiere aus ihrer Herde verloren die Rosenbergs. Ein Tier kam erst zwei Monate später aus einem Landwirtschaftsbetrieb aus Lübtheen an die Elbe zurück. "Das war ein ziemliches Durcheinander", so Ingo Rosenberg. Der Betrieb hat allein 80 Prozent seiner Flächen im Elbevorland, was natürlich jetzt zu Problemen führt. Denn eigentlich könnte bald Heu gemacht werden. Das wird nicht nur an die Tiere verfüttertet, sondern auch an andere Halter verkauft.

Ob Verluste für die Landwirte ausgeglichen werden, steht in den Sternen. Das, was sich jetzt schon als Schaden abzeichne, würde reichen, um gebückt vom Hof zu gehen, meint Ingo Rosenberg. Er will nach aktueller Lage entscheiden und hofft, dass das Wasser nicht über die Deiche schwappt und auch nicht zu lange stehen bleibt. Und nach neuester Prognose stehen dafür die Chancen doch nicht so schlecht.

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