Warlitzer Barockkirche St. Trinitatis : Gruft wird wieder verschlossen

Die restaurierten Särge in der Gruft der Warlitzer Kirche mit den typischen Barock-Beschlägen. Dr. Andreas Ströbl (r.)  von der Forschungsstelle Gruft aus Lübeck schließt im Beisein von Pastor Christian Lange den Sarg von Maximilian von Schütz, dem Stifter der Kirche. Dieter Hirschmann
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Die restaurierten Särge in der Gruft der Warlitzer Kirche mit den typischen Barock-Beschlägen. Dr. Andreas Ströbl (r.) von der Forschungsstelle Gruft aus Lübeck schließt im Beisein von Pastor Christian Lange den Sarg von Maximilian von Schütz, dem Stifter der Kirche. Dieter Hirschmann

Die letzte Ruhe haben Maximilian von Schütz und seine Familie nie finden können. Ihre Särge in der Barockkirche St. Trinitatis sind Vandalen zum Opfer gefallen. Nun haben Experten sie restauriert.

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10. Mai 2013, 06:08 Uhr

Warlitz | Mit einer Andacht von Pastor Christian Lange am Mittwoch in der Warlitzer Barockkirche St. Trinitatis schlossen die Kirchgemeinde und der Förderverein für die Kirche in Warlitz die Gruft, in der die sterblichen Überreste von Maximilian von Schütz und seiner Familie in drei restaurierten Särgen wieder Ruhe finden werden. Der Patron der Kirche und seine Angehörigen wurden in der Zeit zwischen 1747 bis 1773 dort bestattet.

Rückblick: Vandalismus, eine unsagbare Ignoranz gegenüber den Bestatteten in der Gruft schon zu DDR-Zeiten und auch Feuchtigkeit hatten zur Folge, dass die dort fünf Särge einen sehr schlechten Zustand hatten. Sie gaben den Gebeinen der Verstorbenen inzwischen keinen würdigen Rahmen für die Totenruhe. Deshalb entschlossen sich der Förderverein und die Kirchgemeinde, die Gruft, die sich unmittelbar unter dem Altar der Kirche befindet, mit den Särgen zu sanieren. "Die Särge waren durch Vandalismus und durch Feuchtigkeit stark zerstört, sie waren zum Teil aufgebrochen und das Holz angegriffen. Der Restaurator Dirk Zacharias aus Dresden hat hier gute Arbeit geleistet, er hat das Holz gefestigt und fehlende Teile ersetzt", ist von Dr. Andreas Ströbl, er ist Archäologe und Kunsthistoriker, zu erfahren. Die Arbeiten im Auftrag von Förderverein und Kirchgemeinde wurden von der Forschungsstelle Gruft aus Lübeck begleitet. An der wissenschaftliche Aufarbeitung des Vorgefundenen, an der Bestimmung der Gebeine und an der Dokumentation arbeiteten zudem die Spezialisten Dana Vick und Dr. Regina Ströbl von der Forschungsstelle mit. "Uns ging es im Zuge unserer Arbeit darum, die Würde der Toten herzustellen. In diesem Zuge legen wir die Gebeine wieder so in die Särge, wie es anatomisch möglichst korrekt ist. Die Gebeine liegen in einem historischen Leinen aus dem 19. Jahrhundert, das Frau von Busch gestiftet hat. Es geht in dieser Gruft in Warlitz nicht um eine museale Präsentation sondern um eine Wiederherstellung der Grabstätte in ihrer Würde, um die Wiederherstellung der Totenruhe nach den Plünderungen. Eine Überraschung für uns war der Kinder sarg. Von einer Bestattung eines Kindes war bisher nichts bekannt. Jetzt liegen in den drei Särgen die sterblichen Überreste der Menschen aus den fünf Särgen", erzählt Dr. Andreas Ströbl im Gespräch mit SVZ. "Familie von Busch hat die Sanierung der Gruft voran gebracht, sie sammelte die Gelder, die dafür notwendig waren. Wir sind froh, dass wir mit der Andacht nun die Sanierung unserer Kirche abschließen konnten", freut sich Gisela Vogel, die Vorsitzende des Fördervereins.

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