Wittenburg : Großes Rätsel um die Handgranate

<p>So sieht eine scharfe Handgranate aus. Eine solche hat die Polizei in Wittenburg jüngst gesucht.</p>
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So sieht eine scharfe Handgranate aus. Eine solche hat die Polizei in Wittenburg jüngst gesucht.

Polizei sucht jetzt nach Hinweis-Geberin. SEK hatte keine Kriegswaffe gefunden

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02. Januar 2018, 20:45 Uhr

„Das große Polizeiaufgebot von 30 Beamten und die Durchsuchung der Wohnung bewegt immer noch ganz Wittenburg“, sagt Polizeisprecher Klaus Wiechmann gestern auf SVZ-Nachfrage. Und bezieht sich auf einen kürzlichen Einsatz von Spezialkräften am vergangenen Sonnabend in einer Plattenbausiedlung. Das hatte für erhebliches Aufsehen und noch mehr Gerüchte in der Bevölkerung gesorgt. Was war passiert?

Nach einer anonymen Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, habe die Polizei am Nachmittag in Wittenburg die Wohnung eines 58-jährigen Mannes durchsucht. Einer noch nicht bekannten Hinweisgeberin zufolge, solle der aus der Mühlenstadt stammende Mann im Besitz einer scharfen Handgranate sein. Die Durchsuchung sei jedoch ohne Ergebnis geblieben, betont Wiechmann. Weder in der Wohnung des Mannes, noch in anderen zugänglichen Räumen des Hauses, einschließlich seines Autos, sei ein verdächtiger Gegenstand gefunden worden. Auch der Einsatz eines Sprengstoffsuchhundes der Polizei sei diesbezüglich ohne Ergebnis verlaufen.

„Der Wittenburger wurde durch die Polizei kurz vor der Wohnungsdurchsuchung im Stadtgebiet angetroffen und vorläufig festgenommen. In einer ersten Befragung bestritt der 58-Jährige, im Besitz einer Handgranate zu sein. Er zeigte sich sehr kooperativ und gilt bislang als unbescholten“, betont der Polizeisprecher gegenüber der Lokalredaktion.

Die Ermittlungen der Polizei dauerten derzeit noch an, zumal der Wittenburger durch die Angaben der noch unbekannten Frau erheblich belastet werde.

„Wir sind derzeit dabei, die Identität der anonymen Frau herauszufinden. Es ist nicht auszuschließen, dass sie aus seinem persönlichen Umfeld stammt“, sagt Wiechmann. Ihre Hinweise seien die Grundlage für einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss gewesen. Der Polizeieinsatz am 30. Dezember sei durch Beamte der Polizeiinspektion Ludwigslust und Kräften des Spezialeinsatzkommandos (SEK) des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommerns durchgeführt worden.

Klaus Wiechmann: „Sobald auch nur der allerkleinste Verdacht auf Waffen, Munition oder Sprengkörper fällt, müssen wir allen Hinweisen ernsthaft und sorgfältig nachgehen. Zumal im Plattenbau in Wittenburg mehrere Menschen dicht beieinander wohnen und eine Evakuierung bei dem Einsatz nicht ausgeschlossen werden konnte. Wir als Polizei müssen da immer vordenken, um Schlimmeres zu verhindern.“

Kontrollgesetz für Kriegswaffen

Das Kriegswaffenkontrollgesetz dient Friedenssicherung und Kriegsverhütung. Es soll friedenstörende Handlungen verhindern, das friedliche Zusammenleben der Völker schützen sowie die Gefahren für den Völkerfrieden und die internationale Sicherheit abwehren. Zu diesem Zwecke schreibt Artikel 26 Abs. 2 des Grundgesetzes vor, dass Waffen, die zur Kriegführung bestimmt sind, nur mit Genehmigung der Bundesregierung hergestellt, befördert und in Verkehr gebracht werden dürfen. Das bedeutet, dass der Umgang mit diesen Kriegswaffen durch das Erfordernis der Genehmigung unter staatliche Überwachung gestellt ist.

Die Befugnis zur Erteilung oder den Widerruf einer Genehmigung nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz liegt beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie . Das BAFA überwacht die Einhaltung der Genehmigungen sowie sämtliche Bestände von Kriegswaffen anhand von Meldungen und Prüfungen der Kriegswaffenbücher vor Ort. Im Rahmen dieser Betriebsprüfungen werden zudem die Sicherheitsvorkehrungen gegen das Abhandenkommen und die unbefugte Verwendung überwacht.

Quelle: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

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