Strachau : Große Hingabe für den Traum

Weltfrauentag: Silke Kowalski ist sehr heimatverbunden und wollte schon immer Künstlerin sein

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08. März 2019, 11:13 Uhr

Die Verbundenheit zu ihrer Heimat ist Silke Kowalski sofort anzusehen. Vor ihrem Haus in Strachau, einem kleinen Ort im Amt Neuhaus direkt hinter dem Elbdeich, wirkt sie geerdet. So verwundert es nicht, wenn sie sagt: „Ich bin bewusst hier geblieben.“ Sie wollte sich einfach nicht von ihren Wurzeln trennen. Ist die Frau doch vor 75 Jahren im nur wenige Kilometer entfernten Pinnau geboren. „Ich brauchte einfach dieses Land um mich“, fährt sie fort.

Und mit dieser Maxime konnte sie schon früh in ihrem Leben auch so manche Hürde überwinden. „Mein Mann war junger Lehrer in Tripkau und uns wurde dort auch schnell eine Wohnung in den für die Grenzkompanie geschaffenen Wohnblöcken versprochen. Aber wir waren uns ebenso schnell einig, dass das für uns nichts ist“, beginnt Silke Kowalski eine Phase ihres Lebens zu schildern.

Mit dieser Entscheidung seien einige Verantwortliche in der Gemeinde nicht sonderlich glücklich gewesen. „So hörten wir nur: ‚Dann müsst ihr halt an die Elbe‘“, erinnert sich Kowalski an den Grund, der sie im Jahr 1963 zu ihrem Haus in Strachau gebracht hat. „Angefangen haben wir hier - mit Anfang 20 - in einem baufälligen Haus ohne Strom“, erzählt die 75-Jährige weiter. Herausgekommen ist ihr Heim, dass sie heute nicht mehr missen möchte. „Der Aufwand und die Hartnäckigkeit haben sich gelohnt“, ist sich Silke Kowalski sicher.

Dabei blickt sie allerdings nicht nur auf die Durchsetzungskraft, die sie und ihr Mann bei ihrem Haus bewiesen haben. Silke Kowalski hat seitdem sie klein war auch noch einen anderen Kampf mit sich und ihrer Umwelt ausgetragen. „Ich wusste schon immer, dass ich Künstlerin werden wollte. Mit 16 habe ich mir meine erste Staffelei gekauft. Die Profession hier in der Gegend auszuleben war allerdings fast unmöglich“, sagt die Strachauerin.

Deswegen habe sie auch zunächst eine Lehre zur Friseurin in Tripkau absolviert und später die Poststelle in Strachau betrieben. Sogar in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) hat sie gearbeitet, um ihrem Traum etwas Näher zu kommen und natürlich auch um die mittlerweile fünfköpfige Familie mitzuversorgen. „Ein Teil des Geldes habe ich aber auch immer genutzt, um mich in der Literatur weiterzubilden“, verrät Kowalski. „Ich war aber wie ein Chamäleon und habe mich immer angepasst“, beschreibt sie diese Zeit ihres Lebens.

Dennoch hat sie auch viel für ihre Träume wegstecken müssen, wie sie weiter erzählt. „Aber, es ist doch der Widerstand, der einen stark macht“, so ist sich die Künstlerin rückblickend sicher.

Zu einem großen Teil hat sie damit auch recht. Schließlich ist Silke Kowalski nun Künstlerin und hatte schon Ausstellungen in Städten wie Schwerin, Güstrow und Berlin. 1992 war es soweit. „Seitdem kann ich mich als Berufskünstlerin bezeichnen und ihr Lebenswunsch ging in Erfüllung“, beschreibt Silke Kowalski das Erreichen ihres großen Ziels. Zuvor widmete sie sich im Zuge einer Aufnahmeprozedur beim Künstlerbund Mecklenburg-Vorpommern noch einmal äußerst intensiv ihrer Passion, denn sie wusste und weiß: „Kunst nur so halb zu schaffen, geht einfach nicht.“

Davon können sich jetzt auch viele weitere Menschen ein Bild machen. Schon morgen startet nämlich im Museum „Altes Zollhaus“ in Hitzacker eine Ausstellung unter dem Namen „Silke Kowalski, Strachau. Ein Leben mit und an der Elbe“.

Anhand von 17 gerahmten Bildern und einer ganzen Mappe älterer Werke, will die Künstlerin dem Betrachter ihr Leben und Empfinden etwas näher bringen. Denn diese zwei Aspekte fließen in jedes ihrer Werke ein.

Sascha Nitsche

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