Ludwigslust-Parchim : Grippewelle erfasst meist Kinder

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Influenza erreicht den Landkreis: Amtsärztin Dr. Ute Siering spricht über die Ausbreitung von Infektionen vor allem bei jüngeren Menschen

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31. Januar 2018, 20:45 Uhr

Kurz vor den Winterferien hat die Grippewelle pünktlich wie in fast jedem Jahr auch den Landkreis Ludwigslust - Parchim erreicht. So ist es derzeit keine Seltenheit, dass Kindern in ihren Schulklassen ihr Banknachbar fehlt. „Nun müssen wir zwar nicht von leeren Klassenräumen oder Kitas sprechen, aber die Grippe greift gerade um sich“, sagt Dr. Ute Siering. Die Amtsärztin kann das auch mit Zahlen belegen. Derzeit sind  schon mehr als 30 Fälle, allein neun am Anfang dieser Woche,  gezählt worden, wobei natürlich die Dunkelziffer deutlich  höher sei. Denn nicht bei jeder Erkrankung der oberen Atemwege werde auch ein so genannter Abstrich gemacht, der  von den Laboren an den Fachdienst Gesundheit im Landkreis gemeldet werde. Und auch die Kindereinrichtungen wie Schulen und Kindertagesstätten melden nicht immer alle Fälle, zumal hier oftmals von normalen Erkältungen ausgegangen werde. Auf SVZ-Nachfrage waren die Meldungen in den Einrichtungen noch erfreulich gering. „Bei uns war das im Normalbereich. In der vergangenen Woche gab es zwar ein paar Einzelfälle, aber die haben sich mittlerweile auch wieder erholt“, sagt  Evelyn Timmermann, Schulleiterin des Gymnasialen Schulzentrums „Fritz Reuter“ in  Dömitz. Von 740 Schülern waren  21 krank.

Dr. Ute Siering mit dem Infektionsschutzgesetz
Kuska
Dr. Ute Siering mit dem Infektionsschutzgesetz

Schulleiter Michael Tiede aus Picher sagte: „Der aktuelle Krankenstand bei unseren Schülern ist normal.“ Heide Hollstein, Direktorin aus Zarrentin, meldet ebenfalls keinen besonders hohen Krankenstand. „Natürlich sind gerade jetzt im Winter Kinder krank, das liegt bei uns aber im ganz normalen Rahmen.“

Auffälliger war die Entwicklung in Boizenburg. Laut Dr. Ute Siering sind es hier vor allem die kleinen Kinder in den Kitas, die jetzt häufig krank zu Hause bleiben müssen. „Hier ist die Ansteckungsgefahr auch besonders groß. Wir sprechen ja von der Tröpfcheninfektion“, so Siering.

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Ein nicht geringes Problem sieht die Doktorin auch in der Prävention. Zwar habe man vielfach geimpft, aber die Dreifach-Impfung sei nicht immer wirksam genug und die Vierfach-Impfung werde häufiger von Krankenkassen nicht gezahlt. Bis zu den Ferien sei also noch mit einer Steigerung der Grippefälle zu rechnen, heißt es von der Amtsärztin.

Ganz ähnlich gestaltet sich die Ausbreitung der Influenza auch in der Landeshauptstadt Schwerin, wo sogar von einer noch höheren Quote gesprochen wird. Dr. Gerit Hübner vom Fachdienst Gesundheit sagt: „Auch Schwerin verzeichnet einen Anstieg der gemeldeten Grippefälle, der allerdings weniger heftig als im Vorjahr ausfällt. So waren es elf Fälle in den ersten vier Januarwochen, dann aber zwölf Fälle an zwei Tagen in dieser Woche.  Wir erwarten nach den Winterferien einen nochmaligen Anstieg. Auch aus den Kitas werden vermehrt Erkältungskrankheiten und grippale Infekte gemeldet. Der Fachdienst Gesundheit hält seine Impfempfehlung für die Dreifachimpfung aber aufrecht.“Mario Kuska

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