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Fall der Mauer vor 25 Jahren : Grillduft wehte in den nahen Osten

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Im Schatten des einstigen Todesstreifens finden heute Camper aus Ost und West zusammen

von
erstellt am 04.Sep.2014 | 16:09 Uhr

Am 9. November 1989 fiel die Mauer. Das harte DDR-Grenzregime trennte bis dato auch den Schaalsee. Der westdeutsche Campingplatz in Groß Zecher lag in Steinwurfweite zur innerdeutschen Grenze.

An die Wendezeit erinnert sich Klaus Zenteleit aus Hagenow noch ganz genau. Als damals das Reisen in den Westen möglich war, machte sich der passionierte Camper auf zu neuen Ufern, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Er suchte einen neuen Campingplatz und fand ihn am Ufer des Schaalsees unmittelbar hinter dem ehemaligen Todesstreifen in Klein Zecher.

„Gleich nach der Wende waren wir hier die ersten aus dem Osten und machten den Platz für die neue Saison klar“, sagt der 73-Jährige, der nach eigenen Worten als erster Camper die Mecklenburg-Fahne auf dem Platz gehisst hat.

Nach den Worten von Platzwart Hans-Hermann Scheel kamen nach den Grenzöffnung immer mehr Mecklenburger nach Groß Zecher (Groß Zecher ist ein Ortsteil der Gemeinde Seedorf im Kreis Herzogtum Lauenburg im südöstlichen Schleswig-Holstein), um am Schaalseeufer ihre Zelte und Wohnwagen aufzubauen.

„Vor der Grenzöffnung hatten wir hier auf dem Platz zwei Drittel Hamburger und ein Drittel Berliner. Mit der Öffnung der Grenze waren die Berliner weg, und dafür begrüßten wir die Mecklenburger hier, zu denen damals auch der Hagenower Klaus Zenteleit gehört“, erzählt Hans-Hermann Scheel im SVZ-Gespräch, der mehr als 25 Jahre Platzwart auf dem Schaalsee-Campingplatz ist. Während in Lassahn die DDR-Grenzkompanie stationiert war und die Soldaten für den Schutz des Sozialismus sorgten, herrschte auf der anderen Seite des Schaalsees in Groß Zecher normaler Campingbetrieb.

„Hier bei uns auf dem Platz lief alles ganz normal. Allerdings passten wir auf, dass Angler und Segler nicht zu dicht an die Grenze kamen“, erzählt Hans-Hermann Scheel. Und dabei konnte es schon mal passieren, dass der Grilldurft aus dem Westen – Camper grillen nun mal gern – in Lassahner Richtung zog.

Den Campingplatz in Groß Zecher gibt es in diesem Jahr seit 50 Jahren. Die Fischer aus dem Dorf haben damals ihre Kühe am Seeufer laufen lassen. Aufgrund der idyllischen Lage und der immer noch vorherrschenden Ruhe hat sich daraus ein gefragter Platz (140 Stellplätze, davon 110 Plätze für Dauercamper und 30 Touristenplätze) entwickelt, den auch immer mehr Hagenower für sich entdecken. Zu ihnen gehören die Hagenower Klaus Zenteleit, Monika Zander sowie Carmen und Hans Raser. „Hier ist es herrlich. Für uns ist es der Himmel auf Erden. Wir können Schwimmen gehen, und im nahen Wald wachsen die Beeren und Pilze. Was kann es Schöneres geben“, freut sich Carmen Raser über die herrlichen Erholungsmöglichkeiten ganz in der Nähe Hagenows.

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