15. Bluesnächte : Greven jubelte, sang und tanzte

Viele der Besucher waren nur wegen Abi Wallenstein gekommen. Zu Recht, der Mann macht Musik, die auch Menschen anspricht, die sonst keinen Blues hören. Fotos: Katja Frick
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Viele der Besucher waren nur wegen Abi Wallenstein gekommen. Zu Recht, der Mann macht Musik, die auch Menschen anspricht, die sonst keinen Blues hören.

Die zahlreichen Besucher der 15. Bluesnächte erlebten in dem kleinen Dorf bei Boizenburg tolle Konzerte in besonderer Atmosphäre

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24. August 2015, 10:00 Uhr

Mehrere Hundert Gäste besuchten am vergangenen Freitag und Sonnabend die 15. Bluesnächte in Greven. Das Wetter war ideal für ein musikalisches Open-Air-Ereignis dieser Art, in den beiden lauen Sommernächten mit klarem Himmel wollten sogar Sternschnuppen über dem Holzfestplatz bei dem bedeutenden Blues-Event der Region dabei sein.

Am Sonnabend gaben sich die Band „8 to the bar“, Abi Wallenstein aus Hamburg, die Holländerin Anke Angel und „Boogie House“ auf der Bühne des Grevener Holzfestplatzes die Ehre. Favorit des Abends und Grund für das Kommen von vielen Besuchern war die Hamburger Blueslegende Abi Wallenstein, der von Anfang Konzerte in Greven gab und quasi mit seinem Auftritt 2001 die Bluesnächte begründet hat. Zu Recht, der Musiker macht klassischen, manchmal geradezu balladesk wirkenden Blues, an dem man auch als nicht eingefleischter Bluesfan Gefallen finden kann. So wie Ursula aus Boizenburg, die schon zum dritten Mal zu den Bluesnächten gekommen ist, diesmal hatte sie auch Schwester und Schwager mitgebracht.

Die Musikerin Anke Angel stand 2014 zum ersten Mal auf der Bühne in Greven. „Dieses Event hier mitten im Nowhere ist für mich einzigartig“, meinte sie im Gespräch mit der SVZ vor ihrem Konzert. „Ich bin sehr gern wieder hierher gekommen und freue mich auf das Publikum.“ So wie sich auch nicht wenige aus dem Publikum auf sie freuten. Christa aus Hamburg gehörte dazu, sie kommt seit fünf Jahren nach Greven. „Am Anfang haben wir uns sogar einen ganzen Bus gemietet, um hierher zu fahren“, erzählte sie.

Anke Angel entäuschte ihre Fans jedenfalls nicht und gewann jede Menge neue. Ihr Programm war ausgesprochen abwechslungsreich. Es reichte von Boogie-Woogie-Stücken ohne Gesang über klassische Blues-Nummern, die mal langsam, mal schnell waren, bis zu einem selbst geschriebenen Song für ihre erwachsene Tochter „Luzie Lu“, die immer unterwegs ist.

Es war beeindruckend zu hören, was für eine unglaubliche Stimme in der zierlichen Frau steckte, die röhren kann wie ein Kerl, aber auch die Tonleiter erklimmen wie eine Sopranistin. Einer der Höhepunkte ihrer sehr professionellen Performance war das Spielen eines Boogie Woogie auf ihrem Piano mit Hilfe von Stöckelschuhen. Wer hätte gedacht, dass High Heels ein Klavier ganz besonders klingen lassen?

Die Künstlerin und das Grevener Publikum mochten sich offensichtlich. Wenn Anke Angel zum Mitsingen aufforderte, schallte ihr sofort ein vielstimmiger Chor entgegen. „Mit euch muss ich mal auf Tour gehen“, rief sie dem Publikum von der Bühne zu.

Ihre Ansprachen zwischen den Stücken waren insgesamt sehr warmherzig und intelligent. Stolz erzählte sie, dass sie auch in diesem Jahr wieder zu Europas Boogie-Woogie-Lady No. 1 gewählt wurde. „Vielleicht liegt das aber auch nur daran, dass die meisten meiner Kollegen Männer sind“, lachte sie.Kaum zu glauben.

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