Bluesfestival : Greven bekommt den Blues

Die international bekannte Anke Angel aus Holland ist zum zweiten Mal dabei.
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Die international bekannte Anke Angel aus Holland ist zum zweiten Mal dabei.

Am 21. und 22. August findet zum 15. Mal das Bluesfestival im Dorf bei Boizenburg mit einem hochkarätigen Programm statt

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19. August 2015, 11:35 Uhr

„Der Kartenvorverkauf läuft gut“, berichtet Harald Elgeti, Hauptorganisator der der Bluesnächte in Greven am 21. und 22. August. Allerdings wurden bis jetzt mehr Karten für den Sonnabend als für den Freitag gebucht. „Das hat sicher mit Abi Wallenstein zu tun, denke ich“, schmunzelt Bluesfan Elgeti im Gespräch mit der SVZ. Die Blueslegende aus Hamburg ist schon seit vielen Jahren beim Festival in Greven dabei und spielt am 22. August nach der Band „8 to the Bar“, die um 19.30 Uhr startet. Begleitet wird Abi Wallenstein vom Pianisten Georg Schröter und Mundharmonikaspieler Marc Breitfelder. Danach folgt der Auftritt von Anke Angel, die 2014 zum ersten Mal in Greven dabei war und auf die sich Harald Elgeti besonders freut. Die Pianistin und Sängerin aus Holland bereichert als European Boogie Lady Nr. 1 jede Veranstaltung, meint er.

Eröffnet werden die Bluesnächte 21. August um 19.30 Uhr vom Pianisten Lukas Sprenger aus Boizenburg, gefolgt von Kally Darm aus Tessin, den beiden regionalen Favoriten in der Szene. Im Anschluss treten Tom Shaka und die Band „Boogielicious“ auf. Weiter geht es dann mit Henry Heggen, dem Sänger und Mundharmonikaspieler, der ebenfalls von Anfang an regelmäßiger Gast auf dem Holzfestplatz in Greven ist. Er spielt mit seiner Gruppe „The Crazy Hambones“. Letzter Teil des Freitagprogramms ist „Blues Horizon“ aus Schwerin, die Band vom NDR-Moderator René Steuder.

Wie Harald Elgeti zum Blues gekommen ist? „Mit 14, 15 Jahren habe ich die Rolling Stones, die Hollys und die Tremeloes gehört. Die Musik der frühen Rolling Stones, das war der reine Blues. Aber mit 18 ist mir „Sweet sixteen“ von B. B. King begegnet und dieser Song hat mein Leben verändert. Ich hatte den Blues schon immer in mir, auch wenn ich es bis dahin nicht wusste“, erzählt Harald Elgeti. Er habe dann heimlich NDR 2 gehört, was ja in der DDR verboten war, und jeden Dienstagabend die dort abwechselnd laufenden Sendungen „Blues am Dienstag“ und „Soul Train“ auf einem Tonbandgerät aufgenommen. Moderiert wurden die Sendungen von Tony Sheridan, dem ersten Sänger der „Beatles“. Als Elgeti dann von 1969 bis 1973 an der Universität in Greifwald studierte, ließ er sich von seinen Mitstudenten aus dem „nichtsozialistischen Ausland“, wie es damals hieß, die angesagten Blues- und Soulplatten aus dem Westen mitbringen. Nach der Wende fand er dann Anschluss an die Hamburger Bluesszene. „Meine damalige Freundin hat mich eines Tages gefragt, ob ich mit zu einem Konzert von Abi Wallenstein will. Da habe ich ihn zum ersten Mal gehört, später auch Henry Heggen und Gottfried Böttger.“ 2001 fand der Vorsitzende des Bauernverbandes, der selbst niemals ein Instrument gespielt hat, bei einem befreundeten Veranstaltungsmanager ein Fax, wo unter anderem die Gage von Abi Wallenstein angegeben war. Da sie deutlich niedriger war, als er bis dahin dachte, organisierte er 2001 in Greven ein Konzert mit dem Musiker, die erste „Bluesnacht“. Ein Freund unterstützte ihn mit 1000 Euro. Aber statt der erwarteten 200 Zuschauer kamen nur 100. Die waren dafür von der tollen Stimmung begeistert, sie wollten im nächsten Jahr wieder kommen und Freunde mitbringen. Aber 2002 gab es dann das Elbe-Hochwasser und zeitgleich zum Konzerttermin eine NDR-Party für die Helfer. Harald Elgeti und der Verein „Kultur in Greven“ dachten ans Aufgeben, versuchten es dann aber 2003 noch einmal. „Ab da lief es“, erinnert sich Elgeti. „Von da an kamen jedes Jahr 100 Leute mehr. 2009 war Chris Farlowe da und 2011 Inga Rumpf. Da platzte das Festzelt aus allen Nähten und wir beschlossen, das Bluesfest auf zwei Nächte zu erweitern. Auch um neben den bekannten Musikern, die jedes Jahr dabei sind, neue einzuladen wie Anke Angel und Tom Shaka.“

Karten für die Bluesnächte gibt es unter anderem in der Elbe-Buchhandlung und unter der 0171/7793783.

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