Konau : Grenzgeschichte an der Elbe hautnah und online

Auf dem Sofafloß: Hiltrud Lotze (r.) und Klaus Lehmann (M.).
Auf dem Sofafloß: Hiltrud Lotze (r.) und Klaus Lehmann (M.).

Erinnerungsorte an der einstigen deutsch-deutschen Grenze sollen stärker profiliert und vernetzt werden

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05. August 2015, 13:33 Uhr

Eine Seefahrt ist nicht nur lustig, sondern mitunter auch sehr informativ. Museumsleiter Klaus Lehmann aus Hitzacker hatte zum Zwecke der Information eine Reihe von Leuten zu einer Floßfahrt mit dem Sofafloß Carmen auf die Elbe geladen, unter anderem die Bundestagsabgeordnete und Kulturpolitikerin Hiltrud Lotze(SPD). Es ging darum, ein neues Konzept vorzustellen, dass die verschiedenen Orte der Erinnerung an vierzig Jahre deutsch-deutsche Grenzgeschichte vernetzen soll.

Klaus Lehmann erörterte: „Im Bereich an der Elbe zwischen Schnackenburg und Bleckede gibt es verschiedene Museen und lokale Initiativen. Da ist das Museum in Schnackenburg, das sich schon bald nach der Grenzöffnung in ,Grenzlandmuseum’ umbenannte. Hier wird die Grenzsituation im Raum Schnackenburg dokumentiert. Das Museum in Hitzacker hat sich den Schwerpunkt gesetzt, an die erste Ost-West-Überfahrt 1989 und an das ehemalige Zollkommissariat zu erinnern. Ein weiterer Schwerpunkt des Museums ist die museumspädagogische Aufarbeitung des Themas ,Ehemalige deutsch-deutsche Grenze‘. In Konau und auch in Vockfey wird das Thema ,Zwangsaussiedlung’ dargestellt. Eine weitere Ausstellung in Konau befasst sich mit dem ,Leben im Sperrgebiet‘. Was bisher gar nicht dokumentiert ist, ist die Geschichte der Rückgliederung des Amtes Neuhaus nach Niedersachen“, so Klaus Lehmann.


Biografischen Erzählstoff sichern


Es gäbe also schon sehr Viles. Manches würde noch fehlen und wenn man sich nicht beeile, so wäre biografischer Erzählstoff unwiederbringlich verloren, meint Lehmann weiter. Ziel soll es also sein, noch mehr Biografien von Menschen zu erfassen, die mit dem Leben an und auf der Elbe verbunden waren. Geplant ist außerdem die Erweiterung der vorhandenen Ausstellungen und die Vernetzung aller Erinnerungsorte und deren gemeinsamer Internetauftritt. Zusätzlich soll eine Online-Datenbank erstellt werden. In einem virtuellen Museum sollen Zeitzeugenberichte, die für multimediale Elemente oder Videos in den Museen produziert werden, auf der gemeinsamen Plattform laufen.

Das alles benötigt natürlich nicht nur die Zusammenarbeit der verschiedenen Museen und Gedenkstätten, sondern kostet auch Geld. Zurzeit wird die Aufnahme in die Leader-Förderung geprüft und weitere Anträge auf Förderung sind gestellt.

Hiltrud Lotze jedenfalls zeigte sich begeistert. „Die Elbe in unserer Region ist ein Hotspot der deutsch-deutschen Teilung. Das Konzept greift dies auf und verknüpft die Geschichten auf beiden Seiten des Flusses miteinander. Die Teilung hat nicht nur in Berlin und nicht nur in den großen Zentren stattgefunden. Auch in unserem Landkreis hat sie das Leben der Menschen bestimmt. Klaus Lehmann und seine Mitstreiter leisten hier bemerkenswerte und größtenteils ehrenamtliche Arbeit.“

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