Boizenburg : Grenze: Retten was noch da ist

Kein normaler Grenzturm sondern eine Führungsstelle der DDR-Grenztruppen in Neu Bleckede. Von hier aus wurden früher rund um die Uhr etliche Kilometer Grenze überwacht und die Grenzsoldaten per Funk und Telefon geführt.
Kein normaler Grenzturm sondern eine Führungsstelle der DDR-Grenztruppen in Neu Bleckede. Von hier aus wurden früher rund um die Uhr etliche Kilometer Grenze überwacht und die Grenzsoldaten per Funk und Telefon geführt.

Orte an der früheren innerdeutschen Grenze sollen sich zu einer Erinnerungslandschaft neu vernetzen

23-13255134_23-66107381_1416391921.JPG von
29. Mai 2018, 05:00 Uhr

Wer die innerdeutsche Grenze im Norden sucht, der muss sich sputen. Denn bis auf ein paar klägliche Reste, einige kleine Museen und ein paar verfallende Türme steht von der Elbe bis hinauf zum Priwall fast nichts mehr, was an den einstigen Todesstreifen erinnert. Doch das soll sich nun auch mit Blick auf den bald anstehenden 30. Jahrestag der Grenzöffnung ändern. Denn die Metropolregion Hamburg hat jetzt mit ihrer Förderung von einer halben Million Euro ein Projekt auf den weg gebracht, in dem sich Orte an der früheren Grenze vernetzen sollen. Die Grenzgeschichten sollen damit nicht zuletzt zu einem Magneten für den Tourismus werden. Denn bisher, wird das Potential, was an der Elbgrenze oder rund um den Schaalsee schlummert, allenfalls in Ansätzen genutzt. Das beginnt schon in der Kennzeichnung der Reste der alten Sperr- und Überwachungsanlagen. Die gibt es allenfalls spärlich. Das neue Projekt soll nun Schwung und neue Ideen bringen. Federführend ist der Landkreis Lüchow-Dannenberg, der sich mit allen Partnern darum kümmern will, dass das gemeinsam Erlebte an der Grenze nicht in Vergessenheit gerät.

Nach der symbolischen Scheckübergabe vor dem Boizenburger Rathaus begann auch gleich die konkrete Arbeit an den Projekten. Herauskommen sollen Grenzgeschichten, die im ganzen Norden handeln und erzählt werden. Monika Scherf, die Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Lüneburg, verwies in Boizenburg auch auf die Verantwortung für die nachfolgenden Generationen. Es sei doch bezeichnend, dass die meisten Jugendliche beim Stichwort Grenze an die Mauer und Berlin denken würden. Dabei habe die Teilung Deutschlands hier in der Region, vor der Haustür statt gefunden. Auch das soll mit dem neuen Projekt sichtbarer gemacht werden, Unter wissenschaftlicher Begleitung zusammen mit der Universität Hannover.

Bisher kämpfen die kleinen und oft genug privat betriebenen Erinnerungsorte für sich allein und auch ohne Unterstützung. Das soll geändert werden.

Mit 504000 Euro tragen die Förderfongs der Metropolregion Hamburg 80 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 630000 Euro. Mit beteiligt sind auch die Kreise und kreisfreien Städte entlang der Grenze. Unabhängig davon will beispielsweise der Kreis Lüneburg sich zunächst um den Erhalt der Hinterlassenschaften der Grenztruppen kümmern. Aktiv in Vorbereitung ist u. a. ein Vorhaben, dass die wenigen erhaltenen Türme vor dem Verfall sichern soll. Dabei geht es um die frühere Führungsstelle in Darchau. Die könnte später zu einem Freiluftmuseum umgebaut werden. Im Fokus steht aber auch der Führungsturm in Neu Bleckede, der kurz vor dem heutige Fähranleger nach Bleckede steht. Auch er ist nicht mehr im besten Zustand.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen