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Polizei schließt Brandstiftung nicht aus : Granzin: 350 Strohballen brennen ab

vom

Großeinsatz auf einem Bauernhof in Granzin: Knapp 100 Feuerwehrleute haben von Montagabend bis gestern Mittag versucht, 350 brennende Strohballen zu löschen. Mindestens 18 Stunden dauerte der Kampf.

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erstellt am 28.Aug.2012 | 05:47 Uhr

Granzin | Großeinsatz auf einem Bauernhof in Granzin: Knapp 100 Feuerwehrleute haben von Montagabend bis gestern Mittag versucht, 350 brennende Strohballen zu löschen. Mindestens 18 Stunden dauerte der Kampf, so der Hagenower Wehrführer Steffen Kasulke. Gegen 13 Uhr waren dann auch die Nachlöscharbeiten beendet.

Mehrere Wehren aus dem Amt Hagenow-Land und aus Wittenburg mussten mit ihren Einsatzfahrzeugen anrücken, um in "Schichten" mit den 40 benachbarten Kameraden im Ortsteil von Hagenow gegen das mächtige Feuer anzugehen. Kälbchen im dicht angrenzenden Stall sind nicht zu Schaden gekommen. Mitarbeiter des Hofes hatten sie rechtzeitig evakuiert. "Das lief super. So konnten wir uns gleich auf den Lösch- einsatz konzentrieren", sagt Steffen Kasulke.

Warum die 350 dicht gepackten Stroh- und Heurundballen am Montagabend in Brand gerieten, erklärte die Polizei gestern mit vermuteter Brandstiftung. Die Ballen lagen offen auf dem landwirtschaftlichen Gelände. Flammen schlugen an die Giebelseite des Kuhstalls. Diese konnten aber unverzüglich durch die Feuerwehr gelöscht werden. Personen und Tiere waren nicht gefährdet. Schadenshöhe: 7000 Euro.

"Nach bisherigen Ermittlungen ist eine vorsätzliche Tat nicht auszuschließen", erklärt Uwe Mathews, der Hagenower Revierleiter. Die Sommerzeit, so der Erste Polizeihauptkommissar weiter, sei aber immer auch eine gefährliche Zeit, was Brände beträfe. "Es kommt während der Ernteperiode immer wieder zu Selbstentzündungen nach Einlagerungen, die Erntetechnik läuft von innen nach außen heiß, oder es wird nicht sorgfältig genug darauf geachtet, dass heiße Motorteile oder Zigaretten-Kippen nicht mit leicht Entzündbarem in Kontakt kommen." So geschehen schon am Sonnabend auf dem Hof des Landwirtes in Granzin, als beim Starten seines Traktor Funken übersprangen. Der Traktor brannte komplett aus.

In diesen Tagen häufen sich erntebedingte Brände. Deshalb mahnt auch Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus zur Vorsicht. Denn im Zusammenhang mit der Ernte und der Einlagerung von Getreide, Heu und Stroh habe es in letzter Zeit allerdings zahlreiche Brände gegeben. "Ich appelliere an alle in der Landwirtschaft Beschäftigten, aber auch an die Einwohner und Urlaubsgäste unseres Landes, jegliche Gefährdungen zu vermeiden", sagte er kürzlich. Backhaus: "Im ländlichen Raum dauert es in der Regel 20 Minuten, bis die Feuerwehr am Einsatzort ist. Deshalb kommt es nicht nur auf Vorsicht und Vorbeugung an. Landwirte sollten stets geeignete Mittel für die Brandbekämpfung bereit halten." Das Landwirtschaftsministerium M-V weist wegen der vielen Brände darauf hin, dass Landwirte beispielsweise Reparaturarbeiten nur auf Flächen durchführen dürften, die frei von brennbaren Stoffen seien. Der Mindestabstand: fünf Meter.

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