Wittenburg : Grabgestaltung immer moderner

Stefan Wegner, Steinmetzmeister aus Wittenburg programmiert seinen modernen Kantenschleifautomaten, der gerade Oberfläche und Fase von Einfassungen bearbeitet.
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Stefan Wegner, Steinmetzmeister aus Wittenburg programmiert seinen modernen Kantenschleifautomaten, der gerade Oberfläche und Fase von Einfassungen bearbeitet.

Zum Totensonntag: Immer mehr Hinterbliebene legen nach einem Todesfall in der Familie großen Wert auf individuelle Grabmale

svz.de von
22. November 2015, 09:00 Uhr

Besonders am heutigen Totensonntag wird es vielen  auffallen. Bei einem Gang über Friedhöfe in unserer Region wird es nämlich deutlich: Die Friedhofskultur verändert sich. Die Grabgestaltung wird immer modernen. Mehr und mehr zierende Elemente sind auf den Gräbern zu sehen, die immer individueller gestaltet sind.

Ein Grab bleibt für die meisten Menschen der Ort, an dem sie in Ruhe trauern können. An der  Grabstelle, egal als Einzel-, Familien- oder Urnengrab, können sich die Hinterbliebenen an die Zeit erinnern, die sie mit den Verstorbenen gemeinsam erlebt haben. Und betrachtet man die Grabgestaltung genauer, ist festzustellen, dass viele neue Gestaltungselemente Einzug halten.

Stefan Wegner, Steinmetz- und Bildhauermeister in Wittenburg, kann sich sehr gut  an die traditionelle Grabgestaltung mit Einfassung und Stein erinnern. „Heute ist es so, dass Urnen-Gemeinschaftsanlagen immer mehr im Kommen sind. Durch den Wandel in der Bestattungskultur spielt natürlich auch die Pflege eine große Rolle. Die Gräber dürfen heute nicht mehr so pflegeintensiv sein“, macht er im Gespräch mit SVZ deutlich.

Aufwendige Grabgestaltung mit modernen Steinen und Abdeckplatten sind immer mehr im Kommen, ist er sich sicher. In seinem Betrieb ist die Mechanisierung zur Herstellung solcher Elemente schon ein gutes Stück fortgeschritten. In der Werkstatt steht ein Kantenschleifautomat, der Einfassungen, Treppenstufen und auch Fensterbänke bearbeiten kann, Oberflächen poliert und an den Kanten eine Fase anschleift.

Insbesondere  der Hagenower Steinmetzmeister Wolfgang  Brandt sieht eine Entwicklung auf diesem Gebiet. „Aus diesem Grund haben wir angeregt, Grabanlagen zu gestalten, damit Hinterbliebene sehen können, welche Möglichkeiten es gibt. Bei vielen besteht  eben doch der Wunsch, an einem konkreten Ort zu trauern“, erzählt der Hagenower.

Konkret sieht es so aus, dass der Steinmetzbetrieb in Zusammenarbeit mit der Friedhofsverwaltung Mustergräber angelegt hat. Das war nach seinen Worten ein Versuch, der gut angenommen wurde. Die Wünsche der Hinterbliebenen sind dabei ganz unterschiedlich, angefangen von ganz einfachen Materialien bis hin zu aufwendigen Grabmalen. Alles sei eben auch eine Kostenfrage.

„Allerdings können wir feststellen, dass die jüngere Generation von Hinterbliebenen, die unseren Rat wollen, mehr Wert auf eine individuelle Gestaltung einer Grabanlage legen“, sagt der Steinmetzmeister.

Wenn Sie, liebe Leser, in den kommenden Tagen einen Gang über einen Friedhof machen, dann achten Sie doch mal auf diese Aspekte.

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